Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Nervschonende OP mit dem Roboter

14.10.2011

Der nervschonenden OP hilft "da Vinci", der OP-Roboter, dem Chirurgen bei der Prostata-Operation. Ergebnis: Bei einem hohen Prozentsatz der Patienten mit Prostata-Karzinom bleibt die Potenz erhalten.

Die Methode funktioniert allerdings nur bei sehr kleinen Tumoren. Impotenz ist eines der häufigsten Probleme nach einer radikalen Prostatektomie. Es gibt Untersuchungen, in denen nicht einmal jeder vierte Patient über ein zufrieden stellendes Sexualleben nach einer üblichen Prostata-Op berichtet. Die Quote variiert je nachdem, wie gut die Nervenstrukturen erhalten werden können, die für eine Erektion nötig sind.

Experten berichten jedoch,auch nach einer Nerven erhaltenden Op hätten noch viel zu viele Patienten Potenzprobleme.

Roboter werden in der Prostata-Chirurgie zunehmend verwendet. Allein in den USA wurden im Jahr 2006 rund 33.000 roboterassistierte Prostatektomien gemacht. Das Verfahren gilt als schonender als die klassische Op und führt zumeist zu kürzeren Klinikaufenthalten. Vorteile der daVinci-Technologie sind die 3D-Sicht und der Tremorfilter des Operateurs sowie die Beweglichkeit der Instrumente wie in der freien Hand. In den USA wurden 2006 ca. 40% aller radikalen Prostatektomien mit der da Vinci-Technologie, 2% konventionell laparoskopisch und ca.60% mit einem offenen Zugang (z.B. Bauchschnitt) durchgeführt.

Bei dem Roboterverfahren bleibt die laterale Prostata-Faszie erhalten. Dies ist eine Region, in der offenbar besonders viele der für die Erektion nötigen Nervenfasern verlaufen. Kann sie beidseits geschont werden, besteht Aussicht, die Potenz des Patienten weitgehend zu erhalten. Allerdings funktioniert das nur bei Tumoren, die sehr früh erkannt werden. Ein Experte: "Je nach individueller Anatomie müssen sie einen Durchmesser von unter 1 cm haben."

Meine persönliche Anmerkung:
Auch bei da Vinci bedarf es einer ausgiebigen Lernkurve, ehe m.E. der Operateur das Roboterinstrumentarium vollends beherrscht.

Und mir scheint, so schließe ich aus den zu mir aus den Selbsthilfegruppen zurücklaufenden (hoffentlich nicht zu sehr geschönten) Informationen, die Ergebnisse der nerverhaltenden Prostatektomie – insbesondere mit der da Vinci Operationstechnik und basierend auf den immer besser darstellbaren Strukturen während der OP - werden immer besser. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Operation primär ein anderes Ziel hat, nämlich den Tumor zu beseitigen, also onkologische Sicherheit. Bei sinkendem Patientenalter und dem Wunsch nach besonders langer und besonders hoher Lebensqualität wird diese Überlegung gern beiseite geschoben. Nerverhalt erhält Priorität unter Hintenanstellung der Überlegung, was tue ich mir da an. Womit "erkaufe"ich mir die Lebensqualität, etwa um den Preis einer höheren Rezidivgefahr, etwa um den Preis einer weniger günstigen Überlebensprognose? Dezember 2007

ERrgänzung aus Gronau, Prostatazentrum Nord-West schreibt Chefarzt Dr. Witt: ....auch wir führen, analog dem Hamburger Vorgehen, bei Bedarf intraoperative Untersuchungen aus Seitenbereichen (dort wo die Gefäßnervstrukturen gelegen sind) durch. Das Ergebnis ist dann wesentlich für den Erhalt des Nervengeflechtes. Im Unterschied zu den Hamburgern unterbrechen wir den Eingriff nicht, sondern nutzen die Zeit um z.B. die Lymphknoten zu entfernen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. J.H. Witt

Oktober 2011 Nervschonende OP mit dem Roboter e% else %}



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