Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Sex und Prostatakrebs

01.6.2010

Die einzigen gesicherten Risikofaktoren für Prostatakrebs sind familiäre Vorbelastung, ethnische Herkunft und steigendes Lebensalter; selbst die immer wieder bemühte Ernährung ist noch längst nicht als Auslösefaktor wissenschaftlich gesichert.

Die Meldung der Bildzeitung und anderer Blättchen werden wissenschaftlich nicht ganz ernst genommen sind sie doch widersprüchlich:

Meldung 1:
Ein Forscherteam um den Australier Prof. Graham Giles von der Universität Melbourne hat das Sexualverhalten von rund 2300 Männern untersucht und dabei festgestellt: Je häufiger die Männer einen Samenerguss hatten, desto geringer ist die Gefahr, an Prostatakrebs zu erkranken. Vor allem Männer, die in jungen Jahren sexuell besonders aktiv leben, leiden weniger oft an bösartigen Tumoren der Vorsteherdrüse. Ob jedoch der Samenerguss durch Sex mit einem Partner oder durch Selbstbefriedigung hervorgerufen wird, spielt dabei keine entscheidende Rolle.

Meldung 2:
Väter erkranken häufiger an Prostatakrebs als kinderlose Männer, d.h. Papas leben gefährlicher! Verblüffenderweise sinkt das Risiko jedoch, je mehr Sprösslinge ein Vater hat. Schon seit Längerem häufen sich die Anzeichen dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen Vaterschaft und Prostatakrebs gibt. Kristian Jørgensen und seine Kollegen vom Statens-Institut in Kopenhagen sind der Sache nun in einer großen epidemiologischen Untersuchung nachgegangen. Dazu werteten sie die Daten sämtlicher Männer aus, die zwischen 1935 und 1988 in Dänemark zur Welt gekommen sind.

Das Ergebnis:
Kinderlose Männer haben ein um 16 Prozent niedrigeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken als Väter. Eine Erklärung für dieses Phänomen konnten die Forscher bisher nicht liefern. "Um die Ursachen für diesen Zusammenhang herauszufinden, brauchen wir weitere Studien", erklären die Wissenschaftler.

M.E. braucht es nicht nur mehr Studien, sondern eine genauere Betrachtung und Wertung der Studiendaten ehe Geld für weitere Studien ausgegeben wird. Unterschiedliche Verhaltensweisen, aber auch biologische Faktoren können in den Studien unterschiedlich Einfluß genommen haben, aber auch ein nicht erkannter zufälliger Störfaktor. Und dann kommen Dinge heraus, die so unterschiedlich sind wie JA und NEIN.

Sexualität und Prostatakrebs

Das habe ich gerade zu diesem Thema gehört und gern mitgeschrieben:

Sexualität bei schwerer Krankheit wie z. Prostatakrebs, das ist in aller erster Linie Zärtlichkeit, Nähe und Vertrauen.

Das ist ein zentraler Punkt in jedem Gespräch mit Betroffenen aller Altersgruppen und ganz besonders bei Gesprächen mit Neubetroffenen vor deren Therapie. Man muss es jedem einzelnen Ratsuchenden ganz klar sagen, dass selbst ein Jahr nach der Behandlung nur fünf bis zehn Prozent der Betroffnen sexuell wieder aktiv sein können.

Auf dem Salzburger Symposium wurde das Ergebnis einer interessanten Studie vorgestellt. Befragt wurden über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren nach der Entfernung der Prostata noch potenten Männer und deren Partnerin über die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs.
Die Männer, so das Ergebnis, neigen im Vergleich zu ihren Partnerinnen dazu, die Anzahl an GV als höher zu beschreiben. Während die Partnerinnen mit der Anzahl an GV nach RPX zufrieden sind, wünschen sich die Patienten (Männer) fast doppelt so häufig GV, als sie ihn tatsächlich haben.

Und hier noch ein Filmausschnitt zu diesem Thema mit dem unvergessenen Uwe Peters. Prostatakrebs und Sexualität

letzte Aktualisierung im Juni 2010



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