Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Therapieoptionen eingeschränkt durch Alter

09.3.2008

Das kann man am ehesten an einem Beispiel verdeutlichen:
75 Jhare, vor 3 Jahren 5 Bypässe, sonst sehr fit; Tastbefund Verhärtung, durch Ultraschall bestätigt; PSA 14,2 ng/ml

Bei positivem Tastfund, so befindet ein Experte, und deutlich erhöhtem PSA-Wert ist eine Biopsie eindeutig indiziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Prostatakarzinom vorliegt, ist deutlich gegeben. Weiteres Zuwarten ist nach Meinung des Experten würde auch bei nochmaligem PSA-Messen keine neuen Erkenntnisse bringen.

Welche Therapie man dann nach eventueller Bestätigung der Verdachtsdiagnose Prostatakrazinom vornimmt, sei, so der Experte, vom Stadium der Erkrankung und vom Alter sowie dem Allgemeinzustand abhängig.

Im Alter von 75 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient das Fortschreiten der Erkrankung erlebt, nicht unbedingt gegeben. Man müsse, so der Experte, beim im allgemeinen sehr langsam wachsenden Prostatakarzinom davon ausgehen, dass eine aggressive Therapie nur bei geschätzter allgemeiner Lebenserwartung von über 10 Jahren vertretbar und notwendig sei. Ob dies im Alter von 75 Jahren im Einzelfall tatsächlich gegeben sei, das wäre eine Abschätzungsfrage. Und des Patientenmeinung, ob er eine aggressive Therapie wolle, sei entscheident wichtig vor weiteren Überlegungen.

Eine Therapie mit möglichen Nebenwirkungen, welche die Lebenserwartung nicht positiv beeinflussen würde, müsse sehr kritisch gesehen werden. Hier sei Zurückhaltung geboten und auch verständlich.

Eine hormonelle Therapie würde das weitere Prostatakrebswachstum für lange Zeit aufhalten und wäre unter Umständen in der biologisch verbleibenden Lebensspanne angemessen.



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