Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Strahlentherapie - wie läuft das ab

23.12.2010

Strahlentherapie - wie läuft das ab

Das Krankenhaus oder die Strahlenklinik sollte schon ein gerütteltes Maß an Erfahrung mit Bestrahlung der Prostatakarzinome haben. Eine Nachfrage zu den Fallzahlen ist erlaubt aber nicht immer erschöpfend beantwortet. Fragen Sie deshalb bei der örtlichen Selbsthilfegruppe nach oder Ihren Urologen, ob er selbst sich in dem empfohlenen Krankenhaus/Institut bestrahlen lassen würde.

Der Erstkontakt wird häufig durch Ihren Urologen erfolgen. Es folgt die Terminabsprache für ein Erstgespräch beim Radiotherapeuten. Beim Erstgespräch befragt der Radiologe den Kranken noch einmal eingehend und sehr gründlich über dessen Krankheit befragen und wird ihn ggf. auch noch untersuchen. Es folgt eine sehr ausführliche Information über Reaktionen auf die Bestrahlung und deren Behandlungsmöglichkeiten während und nach der Strahlentherapie. Hier besteht jetzt Gelegenheit, alles, aber auch wirklich alles, was der Patient über Strahlentherapie wissen möchten nachzufragen und bisher noch nicht erfahren hat.

Jetzt stellen sich die Fragen: Wie bgald, wie schnell sollte die Bestrahlung beginnen? Ist Eile geboten?
Ein Strahlenexperte sagt zu diesem Thema:

Pauschal kann man sagen, dass die meisten Patienten, die zur externen Strahlentherapie kommen, eine Hormontherapie haben. Somit ist man nicht im Zeitdruck. Man kann nach Beginn der Hormontherapie gleich bestrahlen, oder 6 Monate abwarten, der Effekt ist gleich. Das ist durch randomisierte Studien gesichert.

Bei frühen Tumoren, wo keine Hormontherapie erforderlich ist, kann man getrost 6-8 Wochen auf den Bestrahlungstermin warten. Da passiert in der Regel nichts in der Zwischenzeit. Linearbeschleuniger sind teure Geräte. Prostatakarzinom ist keine Erkrankung, wo ein sehr frühzeitiger Behandlungsbeginn eine Rolle spielt. Da gibt es weit gefährlichere Tumoren, die man eher behandeln muss.

Bitte bei wichtig erscheinenden Fragen daran denken: Spätere Nachfragen sind zwar generell möglich, aber dann läuft die Bestrahlungsroutine schon. Besser ist bei diesem Erstgespräch alle Fragen, die offen und unklar sind, zu stellen.

Empfehlung: Zu Hause die Fragen aufschreiben und den Fragenkatalog mitnehmen! Normalerweise wird nach dem Erstgespräch keine Bestrahlung durchgeführt. Nach zumeist einer Stunde kann man wieder nach Hause gehen.

Der Radiologe und sein Physiker planen jetzt anhand der vorliegenden Informationen die Bestrahlung, d.h. das Bestrahlungsgebiet wird genau festgelegt, die Bestrahlungsintensität und der Bestrahlungsablauf. Die Verteilung der Strahlendosis wird mit Hilfe des Computers berechnet, d.h. es wird ein CT (Computertomogramm) angefertigt.

Damit immer genau die richtigen Stellen bestrahlt werden werden Martkierungen bei einem Planungsdurchlauf auf den Körper des Patienten gezeichnet, die bis zur letzten Behandlung unverändert bleiben müssen. (Zur Körperhygiene: Duschen geht meistens recht gut, baden nicht!

Nebenwirkungen an Blase und Enddarm sind möglich, aber nicht bei allen Patienten. Die Nebenwirkungen treten zumeist etwa nach der Hälfte der Bestrahlungstermine auf und klingen vier bis sechs Wochen nach der Bestrahlung ab. Der Radiologe wird zwischendurch nach Nebenwirkungen fragen.

Nach der letzten Bestrahlung wird das weitere Vorgehen in einem Abschlußgespräch ausführlich besprechen. Es wird dann auch besprochen bei wem und wie oft die weiteren Nachkontrollen durchgeführt werden sollten.

Mehr dazu enthält die folgende Seite des IQWiG
externe Strahlentherapie

letzte Aktualisierung im Dezember 2010



Zurück