Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Systemisches Rezidiv - Was ist derzeit möglich?

09.3.2008

Zunächst die Frage: Handelt es sich wirklich um ein systemisches Rezidiv, wenn nach einer Prostatektomie das PSA erneut ansteigt? Tritt der PSA-Anstieg innerhalb des ersten Jahres auf, so ist ein systemisches Rezidiv tatsächlich die höchstwahrscheinlichste Ursache. Das ist allerdings nicht so, wenn PSA erst nach z.B. drei Jahren stiegt, denn dann versteckt sich Experten zufolge nur mehr bei 26% der Patienten hinter dem PSA-Anstieg ein systemisches Rezidiv. Zur weiteren Einschätzung sind anhand von Nomogrammen die Charakteristik des PSA-Anstiegs (Dynamik) und die Eigenschaften des Primärtumors (Gleason) zu bewerten, um eine für die weiteren Therapiewahl wichtige Risikoeinschätzung durchführen zu können. Unterschiedlichste Therapiestrategien für das rezidivierende Prostatakarzinom stehen derzeit zur Verfügung und sind bereits durch Studien evaluiert worden. Einige davon wurden am Kongress der EAU vorgestellt und bewertet: Was die adjuvante Strahlentherapie betrifft, so konnte damit in drei großen randomisierten Studien die biochemische Rezidivrate reduziert werden. Es zeigten sich allerdings keine Unterschiede in der Gesamtüberlebensrate. Eine Chemotherapie bei Hochrisikopatienten in einer frühen Phase nach dem Rezidiv konnte sich noch nicht bewähren und sollte nur im Rahmen klinischer Studien wie die derzeitige ATLAS-Studie durchgeführt werden. Fällt die Entscheidung auf eine Salvage-Radiotherapie, so erscheint eine Dosis von 64–66 Gy adäquat. Die beste Wirkung ergibt sich bei Patienten, deren PSA-Wert zum Beginn-Zeitpunkt der Strahlentherapie unter 1–2 ng/ml liegt. Ebenfalls in mehreren klinischen Studien geprüft werden der Einsatz zusätzlicher (Strahlentherapie plus Hormontherapie) hormoneller Therapieformen.


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