Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Zytostatika

05.4.2007

Tumorzellen teilen sich rascher als gesunde Zellen. Auf diesem Unterschied beruht die Wirksamkeit von Medikamenten, die bei einer Chemotherapie verabreicht werden. Die verwendeten Medikamente werden Zytostatika genannt (kytos = Zelle, stasis = Stillstand). Meistens werden Zytostatika direkt in die Blutbahn (intravenös) verabreicht. Sie gelangen in alle Zellen des Körpers und wirken deshalb auch auf gesunde, sich häufig teilende Zellen, wie z.B. Haarwurzeln und Schleimhäute in Mund, Magen und Darm. Dies erklärt die unangenehmen Begleiterscheinungen wie den Haarausfall, die Übelkeit und den Durchfall. Das Knochenmark, das die Blutkörperchen herstellt, reagiert auf die Behandlung mit Zytostatika ebenfalls empfindlich. Damit es sich erholen kann, wird zwischen den Behandlungszyklen eine Pause eingelegt.

Zytostatika sind also in der Chemotherapie verwendete Medikamente, die das Wachstum von Krebszellen hemmen, aber auch normale Gewebe schädigen können. Und Zytostatika sind Medikamente, die das Wachstum von Krebszellen verhindern sollen - sie hemmen die Zellteilung.

Allerdings schlägt nicht jede Chemotherapie bei jedem Patienten gleich gut an. Bei manchen Patienten wirkt das Präparat sehr gut, bei anderen können die Tumorzellen resistent sein.

Die Auswahl des geeigneten Medikaments ist äußerst schwierig, denn jeder Erkrankte reagiert anders auf die Präparate. Größte Gefahr ist, dass die Tumorzellen des Patienten im Verlauf der Chemotherapie gegen die Medikamente resistent werden. Das heißt die Behandlung wird wirkungslos und die Krebszellen können ungehindert weiterwachsen.

Unterscheidungen der Anti-neoplastisch wirksamen Substanzen und Zytokine (WHO-Einteilung):
1. Alkylanzien
2. Antimetaboliten
3. Pflanzenalkaloide z.B. Docetaxel
4. Antibiotika
5. Sonstige Zytostatika z.B. Carboplatin;Cisplatin; Estramustinphosphat
6. Signaltransduktionsinhibitoren
7. Monoklonale Antikörper
8. Hormone z.B. Antiandrogene wie Flutamid oder Bicalutamid oder Cyproteronacetat; z.B. Antiöstrogene wie Tamoxifen; z.B. GnRH-Analoga wie Buserelin oder Goserelin
9. Zytokine

zytotoxisch: zellgiftig, zellschädigend

Bei HRPC (Hochrisiko PCA) eingesetzte Zytostatika (Stand 2002) von denen die meisten noch nicht zugelassen sind:

Carboplatin, Cisplatin, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Estramustinphosphat, Etoposid, Fluorouracil, Gemcitabin, Methothrexat, Mitomycin C, Mitoxantron, Paclitaxel, Taxotere, Vinblastin, Docetaxel

Zytostatika können nur an proliferierenden, d.h. sich in einer Phase des Teilungszyklus der Zellen, nicht jedoch in der sog. G0-(Ruhe-)Phase befindlichen, Zellen wirksam werden.

Januar 2005

Ergänzung:
Einige etablierte Chemotherapeutika haben aber auch - und daran sollte immergedacht werden - ein Eigenrisiko zur Verursachung von sekundären Karzinomen (Folgekarzinomen) und/oder Leukämien - Teufel wird durch den Einsatz von Belzebub ausgetrieben. Diese Überlegung sollte bei allen Zytostatika Raum greifen, denn heute verwendete, derzeit noch anscheinend ohne erkennbare Folgerisiken eingesetzte Chemotherapeutika könnten zu einem späteren Zeitpunkt zur Entwicklung solcher sekundären Erscheinungen führen.

letzte Aktualisierung im April 2007

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.



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