Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Penis schrumpft

05.7.2010

Die Hormon- und Strahlentherapie gegen fortgeschrittenen Prostatakrebs hat eine unangenehme Nebenwirkung: Der Penis wird deutlich kleiner, d.h.durch die Therapie gegen Prostatakrebs wird der Penis deutlich kürzer und zwar durch die Hormontherapie plus Bestrahlung.

Wissenschaftler untersuchten 47 Krebspatienten. Sie bekamen im Abstand von drei Monaten dreimal Hormonspritzen und nach sieben Monaten außerdem sieben Wochen lang Bestrahlungen. Die Folge war bei der Kontrolluntersuchung nach 18 Monaten zu sehen: Die durchschnittliche Länge des männlichen Glieds war von ursprünglich im Durchschnitt 14,2 Zentimeter auf 8,6 Zentimeter geschrumpft.

Prof. Prost aus Hamburg schreibt auf seiner Webseite
http://porst-hamburg.de/spezielle-andrologie/hormonstoerungen-des-mannes/
über die Penisschrumpfung:

Im Penis ,und zwar ganz speziell sind es die Schwellkörper, ist Testosteron mitverantwortlich für die Funktion und den Aufbau der glatten Muskelzellen und die darin befindlichen Enzymsysteme, welche die Erektion einleiten: Es aktiviert die so genannte Stickoxydsynthase. Stickoxyd (chemische Formel: NO) ist der Hauptstoff (Neurotransmitter), welche die Gefäße erweitert (relaxiert) und dadurch die Durchblutung in diesem Fall der Schwellkörper bewirkt. Schließlich ist Testosteron in den Schwellkörpern auch an der Phosphodiesterase 5 (PDE 5) beteiligt. Die Hemmung dieses Enzyms durch sogenannte PDE 5 Hemmer -Medikamente Cialis® (Tadalafil), Levitra® (Vardenafil) und Viagra® (Sildenafil)- bewirkt eine Verbesserung der Erektion.

Hat ein Mann einen ausgeprägten Testosteronmangel dann können diese Medikamente kaum oder nicht mehr wirken, da keine PDE 5 mehr produziert werden. Erst wenn bei diesen Männern Testosteron von außen zugeführt wird und die Testosteronkonzentration wieder normal ist können diese PDE 5 Hemmstoffe wieder optimal wirken und die Erektion verbessern. Ein Mangel an Testosteron führt auch zu einer Schrumpfung oder zum Absterben der Schwellkörpermuskelzellen, wodurch der Penis schrumpft und an Länge verliert.

Konkret: Bei ausgeprägtem Testosteronmangel ,wie er z.B. durch Hormonentzug bei Prostatakarzinom besteht, kommt es auch zu einem Absterben der Schwellkörpermuskelzellen (so genannte Apoptose) , was sich klinisch in einer Penisschrumpfung niederschlägt.

weitere Infos siehe
Penisschrumpfung

letzte Aktualisierung im Juli 2010

Ergänzung 2016

Nach einer Prostatektomie mit der nichtvermeidbaren Verkürzung der Harnröhre und folgender Antiandrogentherapie (Hormontherapie) verschwindet ein ohnehin kurzer Penis im Hodensack, wird der Penis schlicht alltagsuntauglich: Mann kann nicht mehr unfallfrei pinkeln. Und das von den Damen so sehr eingeforderte Pinkeln im Sitzen funktioniert auch nicht, denn das kurze Reststück Penis pinkelt unter der Sitzbrille hindurch. Wenns gut geht nur in die runtergelassene Hose, im schlechteren Fall läuft die Harn-Choose hinunter auf den Boden des Badezimmers, bzw. der Toilette. Ärger ist vorprogrammiert.

27.11.2016

 


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