Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Beratungspflicht für Krebsvorsorge

13.4.2008

Beratungspflicht für Krebsvorsorge gilt seit 1. Januar 2008

Seit 1. Januar 2008 gilt die Beratungspflicht. Versicherte müssen sich beim Arzt über Krebsfrüherkennung beraten lassen, wenn sie später im Falle einer Erkrankung nur ein und nicht zwei Prozent ihres Einkommens für Zuzahlungen (z. B. zu Medikamenten, Heilmitteln usw.) aufbringen wollen. Die Regelung gilt zunächst, unter Berücksichtigung der gesetzlich vorgegebenen Stichtagsregelungen, nur für Früherkennungsuntersuchungen von Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs.

Der Gesetzgeber hat seit Längerem festgelegt, dass Versicherte Zuzahlungen im Kalenderjahr höchstens bis zu ihrer individuellen Belastungsgrenze leisten müssen. Diese beträgt eben zwei Prozent der jährlichen Brutto-Einnahmen zum Lebensunterhalt. Für chronisch Kranke, die wegen einer schwerwiegenden Erkrankung in Dauerbehandlung sind, beträgt sie ein Prozent der jährlichen Brutto-Einnahmen. Sollte ein Versicherter später einmal an Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs erkranken, muss er in der Regel nachweisen, dass er eine ärztliche Beratung in Anspruch genommen hat, damit die Belastungsgrenze von zwei auf ein Prozent gesenkt werden kann.

Die neue Regelung gilt für nach dem 1. April 1987 geborene Frauen und für nach dem 1. April 1962 geborene Männer, die in der GKV versichert sind. Die Regelung umfasst die Beratung zur Untersuchung über die Früherkennung des Brustkrebses (Mammographie-Screening) ab dem Alter von 50 Jahren, des Darmkrebses (Schnelltest auf occultes Blut oder Früherkennungskoloskopie) ab dem Alter von 50 Jahren und des Zervix-Karzinoms (Gebärmutterhalskrebs) ab dem Alter von 20 Jahren.

Meine persönliche Anmerkung:

Wieder einmal ist festzustellen, dass Männergesundheit in diesem Land keine Lobby hat. Wie ist es sonst erklärbar, dass Prostatakrebs, die häufigste Krebserkrankung des Mannes, eine Krebskrankheit mit rd. 12.000 toten Männern pro Jahr und rd. 58.000 Neuerkrankten pro Jahr in solche Programme nicht einbezogen wird, dass diese ungeheure Menge an Betroffenen mit Prostatakrebs einfach nicht zu Kenntnis genommen wird? Wie ist es möglich, dass Männer mit Prostatakrebs in der Gesundheitspolitik einfach nicht vorkommen, sich nicht Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen können? Wer versagt da?

April 2008

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Vorträgen von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.



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