Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Schlafende Tumorzellen

20.4.2008

Schlafende Krebszellen

Wir beobachten in unserer Selbsthilfegruppe, dass Betroffene sieben, neun oder gar vierzehn Jahre nach der Operation Rezidive entwickeln. Hamburger Forscher fanden heraus, es handelt sich dabei um schlafende – der Wissenschaftler sagt disseminierte - Tumorzellen. Wissenschaftler des Instituts für Tumorbiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf konnten nach zehnjähriger Forschungsarbeit sogar eine einzelne Tumorzelle zwischen den gesunden Zellen im Knochenmark sichtbar machen. Schlafende Tumorzellen verstecken sich vorzugsweise zwischen Knochenmarkzellen. Das heißt nach Prof. Pantel, im Knochenmark würden sich schlafende Tumorzellen besonders häufig aufhalten und könnten dort besonders lange überleben. Die Wissenschaftler wollen jetzt das am UKE in Hamburg entwickelte Nachweisverfahren verfeinern und automatisieren, um Ansatzpunkte für neue Therapien zu finden. Prof. Pantel meint, vielen Patienten könnten somit nebenwirkungsreiche Behandlungen erspart werden.

Ergänzung:
Es gibt warnende Stimmen hinsichtlich unkalkulierbarer Risiken: Der Altersforscher Christoph Bamberger weist darauf hin, dass Tierversuche gezeigt hätten, dass die Gabe von Wachstumshormonen HGH als Anti-Aging-Mittel den Krebs begünstigt, da diese Substanz generell alle Zellen zum Wachstum anregt, also möglicherweise auch die vorhandenen schlafenden Krebszellen.

Meine ganz persönliche Meinung:
Nunmehr neun Jahre nach meiner OP weiß ich, dass ich nicht geheilt bin, auch nicht geheilt werden kann. Mir ist bewußt, dass Mikrometastasen in meinem Körper rumsausen oder an einem warmen Plätzchen in irgend einer Venenbiegung oder einer günstigen Stelle im Beckenknochen auf ein Wecksignal warten. Mein Arzt hat schon vor Jahren versucht, es diesen "Schläfern" mit Zometa schwer zu machen, sich bei mir auszubreiten. Und ich bin zwar nicht beruhigt aber denn doch ein wenig erleichtert, dass Prof. Pantel von den Wissenschaftlern des UKE genau diese vorsorgliche (prophylaktische) Therapie in einem Interview mit Wissenschaftsredakteuren des Stern bestätigte: "Man kann es den schlafenden Tumorzellen ungemütlich machen, indem man mit Bisphosphonaten den Knochenstoffwechsel verändert."

letzte Aktualisierung im April 2008



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