Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Rezidiv nach Strahlentherapie

15.12.2009

Therapieoptionen beim Rezidiv nach Strahlentherapie der Prostata

In einer solchen Situation spricht der Arzt von Salvage (Rettungs-)-Therapieoptionen. Wichtig ist: Bei einem lokalen Rezidiv nach vorangegangener Bestrahlung kann nicht erneut bestrahlt werden. Es bestehen daher als Behandlungsoptionen neben der abwartenden Kontrolle (watchful waiting) und der antiandrogenen medikamentösen Therapie lokale Behandlungsmöglichkeiten.

Folgende Möglichkeiten wurden von A. Häcker und P.Alken (Urologische Universitätsklinik Mannheim im März 2007 online veröffentlicht worden, wenn die Primärtherapie eine ST (Strahlentherapie) war:

- Salvage-Prostatektomie
- Salvage-Kryoablation
- Salvage-Brachytherapie
- Salvage-HIFU

Eine Salvageoperation in einem bestrahlten Umfeld ist risikoreich; die Autoren sprechen von einer technischen Herausforderung. Eine Operation weist prinzipiell aufgrund des vorbestrahlten Umfeldes mit Strahlenfibrose, Strahlenvaskulitis und fehlender Darstellbarkeit der anatomischen Gewebeschichten eine hohen Komplikationsrate auf.

Die technisch deutlich verbesserte perineale Kryoablation sei aber eine vielversprechende Alternative bei älteren Patienten zur offenen Operation. Für HIFU und Brachy lägen, so die Autoren, nur geringe klinische Erfahrungen vor.

Natürlich wäre auch eine androgene Deprivations-Therapie (ADT) möglich. Diese wirke systemisch, wäre aber nicht auf eine kurative Behandlung ausgerichtet wie die zuvor erwähnten Möglichkeiten. Entscheidend seien jedoch immer die onkologischen Prognosefaktoren und die individuelle Situation des Patienten.

Juli 2008



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