Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Sekundärtumor nach Strahlentherapie

01.7.2008

Ein Experte hatte mir nach der externen Strahlentherapie schon vor ein paar Jahren ganz eindringlich gesagt: "Jetzt müssen Sie aber auf Ihre Blase aufpassen!" Im Hinterkopf hatte ich seine warnenden Worte schon, konnte damit aber mangels geeigneter Informationen so gut wie nichts anfangen. Allerdings befolgte ich seinen Rat und ließ nach einiger Zeit beim Proktologen meinen Enddarm durchchecken. Und als kürzlich am Blasenboden ein Rezidiv festgestellt wurde, war der BladderCheck meine erste Reaktion. Gott-sei-Dank, alles ohne Befund. Aber Näheres wußte ich nach wie vor nicht. Jetzt habe ich konkrete Informationen gefunden:
Patienten, deren Prostatakarzinom bestrahlt wurde, hätten ein erhöhtes Risiko für sekundäre Krebserkrankungen der Harnblase und des Rektums. "Liegt die Strahlentherapie mehr als fünf Jahre zurück, sollte der behandelnde Urologe regelmäßig eine nicht-invasive Früherkennung auf Blasenkrebs mit dem Tumormarker NMP22 durchführen und endoskopisch ein Rektumkarzinom ausschließen lassen", empfiehlt der Nuklearmediziner Professor Peter Oehr von der Universität Bonn.

Die Inzidenz für sekundäre Tumorerkrankungen liegt gemäß Aussage des Experten nach einer Brachytherapie und nach durchschnittlich 10,5 Jahren bei 1,6 Prozent. Wird zusätzlich eine externe Strahlentherapie durchgeführt, beträgt die Inzidenz 5,8 Prozent. 35 von 10.000 der wegen eines Prostatakarzinoms bestrahlten Patienten würden, so der Experte, unter diesen Bedingungen später an Blasenkrebs erkranken.

Verwiesen wird vom Experten und ursprünglichen Autor dieser Information in diesem Zusammenhang auf Daten von 2006 aus den USA. Die Auswertung einer Studie des USA National Cancer Institutes zeige bei Männern, bei denen eine externe Strahlentherapie mindestens fünf Jahre zurück lag, ein erhöhtes Risiko für Karzinome der Harnblase und des Rektums. Bei Brachytherapie sei ein geringeres Risiko für Sekundärtumore festgestellt worden.

"Das Risiko für ein sekundäres Blasenkarzinom ist sowohl nach Brachytherapie als auch nach externer Strahlentherapie eines Prostatakarzinoms erhöht", erklärt Oehr. "Vor allem jüngere Patienten sollten fünf Jahre nach Therapie als Risikopatienten für Harnblasenkrebs gelten." Der Experte rät zu einer regelmäßigen Kontrolle mit dem Proteomic-Test auf NMP22 (NMP22 BladderChek). Das Ergebnis kann innerhalb einer halben Stunde direkt in der Praxis abgelesen werden.

Siehe auch "Blasenkrebs nach RPE und Radiatio" oder Siehe auch "Tumormarker NMP22"

Juli 2008

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Vorträgen von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.



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