Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bestrahlung immer besser

22.12.2011

"Dass die Strahlentherapie heutzutage so erfolgreich eingesetzt werden kann, ist vor allem den großen Fortschritten im Bereich der bildgebenden Verfahren in Kombination mit den modernen Bestrahlungsgeräten zu verdanken", erklärt Professor Dr. med. Volker Budach, Präsident der DEGRO. Mithilfe hochpräziser Aufnahmen unmittelbar vor der Bestrahlung lässt sich das Bestrahlungsfeld viel genauer darstellen und eingrenzen als noch vor wenigen Jahren. Die Strahlen erreichen ausschließlich ihr Ziel – den Tumor. Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend verschont. Auf diese Weise steigt mit der Strahlendosis nicht auch das Risiko, gesundes Gewebe zu schädigen. "Eine Dosissteigerung vergrößert die Chancen auf einen Therapieerfolg deutlich – das haben zahlreiche Studien belegt", erläutert Budach. "Während die Strahlentherapie früher häufig erst nach einer Operation der Prostata zum Einsatz kam, kann sie diese heutzutage in vielen Fällen ersetzen. Dies ist vor allem bei älteren Patienten mit auf die Prostata begrenzten Tumoren der Fall."

Ergänzung:

Ein Experte zur Bestrahlungsdosis:
Bei operierten Patienten sind Dosen unter 70 Gy Standard. Dosen über 70 Gy sind für nicht operierte Patienten Standard, d.h. bei Patienten mit Bestrahlung anstelle einer OP.

Ergänzung

Perkutane Strahlentherapie - Dr. med. Oliver Waletzko, Dortmund, auf dem 5. Patiententag 2011 in Dortmund in der Westfalenhalle

Dr. Waletzko stellt die allgemeine Meinung voran "Strahlen? Nein Danke!" In dem Vortrag wurden die derzeit bekannten Strahlentherapien vorgestellt und dass mittlerweile hinsichtlich des Vergleiches mit der RPE Langzeitvergleichsdaten vorliegen würden, die zumindest eine Gleichwertigkeit der Strahlentherapie gegenüber den invasiven Therapien belegen würden.

Nach den akuten Nebenwirkungen, die nach kurzer Zeit abklingen würden beliefen sich postradiale Nebenwirkungen auf weniger als 3 Prozent. Diabetis erhöhe das Risiko auf NW nach RT. Eine späte Harninkontinenz sei <0,4 Prozent, die erektile Disfunktion verschlechtere sich, wenn überhaupt, in den ersten 2 Jahren, danach keine Veränderung.

Nebenwirkungen am Enddarm mit NW1 und NW2 lägen unter 5 Prozent.

Prof. Schostak schreibt im BPS-Forum zur Bestrahlung folgenden Text:

Obwohl es keine direkt vergleichenden Studien (d.h. randomisiert, prospektiv) gibt, besteht doch eine klare Erkenntnis aus rückwirkenden Beobachtungen (d.h. retrospektiv, nicht vergleichend), das die Bestrahlung nach radikaler Prostatektomie in Punkto lokaler Kontrolle, Verminderung der Metastasenbildung und anderweitiger Verhinderung eines Krankheitsfortschritts, wirkt. Auf Dauer liegt die Erfolgsrate zw. 10 und 50%.

Je niedriger das PSA nach der Salvage-Bestrahlung, desto besser. Ein Null-Wert bedeutet besonders gute Aussichten.

letzte Aktualisierung im März 2009/Juli 2011/DEzember 2011



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