Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Tomotherapie

07.2.2009

Bestrahlung per Tomographie:

Die Lage von Organen und der Tumore verändern sich ständig. Zum Beispiel verschiebt sich die Prostata je nach Blasenfüllung um bis zu zwei Zentimetern und schrumpft während der Therapie. Mit herkömmlichen Geräten können die Strahlentherapeuten solche Organverschiebungen nicht ausgleichen. Sie helfen sich aber damit, dass sie eine größere Fläche bestrahlen (krankes Gewebe/Organ + Sicherheits"rand"), um sicherzustellen, dass das Ziel auch immer getroffen wird. Bei der Therapie des Prostatakarzinoms geraten auf diese Weise auch Teile des Darms in den Strahlengang, schmerzhafte Darmreizungen sind nicht selten die Folge, im schlimmsten Fall sogar irreversible chronische Entzündungen.

Die Tomotherapie ist eine technisch neue therapeutischen Anwendung von Röntgenstrahlen. Ähnlich wie bei einem Computertomographen kreist der strahlenerzeugende Linearbeschleuniger kontinuierlich um den Patienten, der langsam auf der Patientenliege durch den rotierenden Strahl bewegt wird. Durch gezieltes und Öffnen und Schließen einzelner Strahlengänge im Millisekundengeschwindigkeit können wie bei der "konventionellen" intensitätsmodiulierten Strahlentherapie (IMRT) insbesondere schwer zugängliche Bestrahlungsareale gezielt bestrahlt werden. Die Integration einer CT Bildgebung direkt vor der Bestrahlung mit dem selben Gerät erhöht die Genauigkeit der Strahlentherapie.

Lt. Prof. Moll, München, passt sich die Verteilung der Strahlendosis im Patienten optimal den Formen und Ausdehnungen des zu bestrahlenden Tumors an. Auch innerhalb des bestrahlten Gebiets sei die Stärke der Bestrahlung beliebig dosierbar. So könne man die umliegenden gesunden Gewebe und Organe wie z.B. Blase und Enddarm noch besser als bisher schonen. Prof. Moll geht davon aus, dass künftig nur noch weniger als 2 Prozent der Patienten unter beeinträchtigenden, dauerhaften Nebenwirkungen zu leiden hätten und dass von der neuen Technik vor allem Patienten mit Lungen-, Brust- und Prostatakrebs sowie Kopf-Hals-Tumoren profitieren würden. Etwas zu allgemein und unscharf erschien mir (das ist meine persönliche Meinung) seine Formulierung: "Auch die Heilungsaussichten werden durch die effizientere Tomotherapie weiter steigen."

Wo kann man sich per Tomographie therapieren lassen? (unser Info-Stand Februar 2009)

Die Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar der TU München kann ihren Patienten mit der sogenannten Tomotherapie eine neue Behandlungsmethode anbieten. Darüber hionaus sollen drei oder vier weitere Kliniken ebenfalls eine solche Einrichtung erhalten oder schon erhalten haben:

Universitätsklinikum Heidelberg,
Uniklinik Freiburg
Klinikum Bamberg
Klinikum Stadt Mannheim
Uniklinik Essen
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE),
Universitätsklinikum Bonn und
Helios Klinikum Berlin-Buch.

letzte Aktualisierung Februar 2009


Schlagwörter:

Bestrahlung, Tomotherapie

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