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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Biopsie – Warum können Krebszellen bei der Biopsie auch unentdeckt bleiben

26.5.2009

Biopsie – Warum können Krebszellen bei der Biopsie auch unentdeckt bleiben?

Es kann sein, dass, obwohl ein Karzinom in der Prostata vorliegt, dieses bei der Prostatabiopsie nicht erfasst (von der Hohlnadel nicht getroffen) wird. Bei der Biopsie werden durchschnittlich 12 Stanzen aus der Prostata entnommen, die unter dem Mikroskop auf Zeichen von Prostatakrebs untersucht werden. Die Ärzte können eine Ultraschallsonde verwenden, um die Biopsienadel zu führen und Gewebeproben aus einem Querschnitt, d. h. aus möglichst allen Teilen der Prostata zu gewinnen. Dafür gibt es bestimmte Muster, wo der Urologe in die Prostata sticht, um Proben aus der Prostata zu entnehmen (früher z.B. die Sextantenbiopsie)

Bei einer großen Prostata und z.B. mehreren kleinen Tumorherden ist die Trefferquote geringer als bei einer kleineren Prostata. D.h. es ist nicht möglich, mit diesen Proben immer die gesamte Prostata zu beurteilen; weil es eben – wenn auch selten – vorkommt, dass Krebsgewebe nicht erfasst wird.

Ergänzung:

Die korrekte anatomische Entnahmestelle der Biopsie innerhalb der Prostata ist von ungemeiner Bedeutung, weil mehr als 70 % der Prostatakarzinome in der peripheren Zone gefunden werden. Das gilt vor allem im Rahmen einer Erstbiopsie.

Die Bilddarstellung herkömmlicher Transrektalsonden ist nicht optimal. Das hat Schwierigkeiten bzgl. der Genauigkeit bei der Gewebeentnahme aus der peripheren Zone, wie auch aus den zentralen Bereichen der Prostata zur Folge. Die Punktionsnadel kann nicht besonders gut beim Vordringen beobachtet werden. Das wiederum bedeutet: Es gelingt nicht, Gewebe ausschließlich aus der peripheren Zone zu gewinnen.
aktualisiert im März 2009

Forscher von Philips haben nun für die Verbesserung der Untersuchungsmethode (Biopsie) die Magnetresonanztomographie und den Ultraschall kombiniert. Philips Research überlagert mit einer eine innovativen Technik die im Vorwege angefertigten MRT-Bilder des Patienten mit den Echtzeit Ultraschallbildern. Der Arzt sieht nun die Biopsie-Nadel und die dreidimensionale Darstellung der gesamten Prostata und dessen Tumor in ihr.

Klinische Versuche laufen bereits in Zusammenarbeit mit dem National Institute of Health Clinical Center (NIHCC) in den USA. Dieses Kombinations-Verfahren bietet eine präzise dreisimensionale Darstellung der Patienten-Anatomie und zeigt die Nadelführung in Echtzeit.

letzte Aktualisierung im Mai 2009


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