Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Angiogenese

15.1.2010

Angiogenese bedeutet: Bildung von Blutgefäßen

im Gegensatz dazu: Antiangiogenese = Hungersnot für Tumore auf Rezept (das war mal eine Titelzeile der Berliner Zeitung)

Bis zur Größe eines Stecknadeskopfes kann ein Tumor aus dem umliegenden Gewebe Sauerstoff und Nährstoffe aufnehmen. Hat er diese Größe überschritten, braucht er einen Anschluß an Blutgefäße, um sein Überleben zu sichern. Werden die Tumore größer, entsteht Sauerstoffmangel. Bei Sauerstoffmangel produzieren dann die Krebszellen eine Art Botenstoff (Wachstumsfaktoren), der durch das Gewebe bis zum nächsten Blutgefäß dringt und mittels freigesetzter Enzyme eine Art "Hilferuf" ausstößt. Die feste Struktur der Blutgefäßwand löst sich auf, es wächst eine Art Verbindungsschlauch in Richtung Tumor und stellt so einen Anschluß an das Blutgefäßsystem her. Der Tumor wächst nun weiter und durch die neu entstandenen Anschlüsse an das Blutgefäßsystem können sich die Krebszellen nun im gesamten Organismus ausbreiten und Metastasen bilden.

Die Tumorangiogenese ist ein multifaktoriell gesteuerter Prozess, an dem neben Angiogenesefaktoren auch extrazelluläre Matrixproteine (Collagen, Fibronektin, Fibrin) und Zelladhäsionsmoleküle (vermitteln Kontakte zwischen Zellen) beteiligt sind.

Auf der Suche nach dem Auslöser, der das Anschließen des Tumors an die Blutgefäße in Gang setzt, entdeckten die Forscher zwanzig Faktoren, die das Wachstum begünstigen und ebenso viele, die die Neubildung von Gefäßen hemmen. "Diese Faktoren bilden den angiogenen Cocktail, dessen genaue Zusammensetzung wir noch nicht kennen" sagt Prof. H. Augustin von der Freiburger Klinik für Tumorbiologie (2004)

Mit der Gefäßneubildung ist auch die hämatogene Ausstreuung der Tumorzellen über die feinen Kapillaren möglich. Sie siedeln sich dann woanders als Mikrometastasen an und verharren an diesen Stellen manchmal jahrelang. Solange bis auch diese den Angiogeneseprozess in Gang setzen. Diese Disseminierung der Tumorzellen bestimmt letztlich die Prognose.

mehr zu diesem Thema ggf. bei Roche Pharma oder bei Bevacizumab



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