Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bestrahlungs-Spätfolgen und hyperbare Sauerstoffmedizin

21.8.2008

Schlagworte:
Strahlenproktitis, Strahlenzystitis (Blasenschädigung nach Bestrahlung), Strahlenproktitis

Durch die auf den Tumor gerichtete Strahlen-Therapie wird auch das umliegende, ursprünglich gesunde Gewebe beeinträchtigt. Die Zahl der Kapillaren geht zurück, die Durchblutung verschlechtert sich.

Bestrahlungs-Spätfolgen
Neben Operation und Therapie mit Medikamenten wird das Tumorgebiet oft auch bestrahlt. Dabei trifft die Strahlentherapie unvermeidbar trotz immer besserer Technik regelmäßig auch noch gesundes Nachbargewebe. Gesunde Gewebezellen werden dadurch mitgeschädigt. Besonders strahlenempfindlich sind die kleinen Blutgefäße sowie die Darm- und Blasenschleimhaut. Bei den durch Radiotherapie verursachten Spätfolgen handelt es sich um zum Teil sehr lange nach der eigentlichen Therapie auftretenden Folgeerscheinungen, die bislang nur symptomatisch behandelt werden konnten (mit Heidelbeertee, Flohsamen, Kortisonhaltigem Schaum…). Die Krankheitsverläufe sind individuell sehr verschieden Diese leider nicht vermeidbaren Begleiterscheinungen führen gelegentlich zu gravierenden Beschwerden:
• Blasenentzündung oder Strahlenzystitis mit Schmerzen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang, Harnträufeln, Blutungen, Blasenfisteln und Blasenschrumpfung
• Enddarmentzündung oder Strahlenproktitis mit Schmerzen, Durchfall, Blutabgang, Fistelbildungen.

Solche Rötungen im Bestrahlungsgebiet und chronische, manchmal auch blutende, Blasen- oder Darmentzündungen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich.

Welchen therapeutischen Nutzen bietet die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)?
Wo Erkrankungen durch eine Unterversorgung der Gewebe mit Sauerstoff entstehen oder aufrechterhalten werden, hat die hyperbare Sauerstofftherapie gute therapeutische Effekte. Durch die verbesserte Sauerstoffversorgung kritischer Bereiche werden bestimmte Stoffwechselvorgänge beschleunigt. Zellen, die bisher nur noch die allernotwendigsten Stoffwechselleistungen erbrachten, nehmen ihre volle Funktion wieder auf und werden zur Zellteilung angeregt. Heilungsvorgänge werden so erheblich beschleunigt.

Die HBO ist eine schulmedizinische und wissenschaftlich abgesicherte Behandlungsmethode im Gegensatz zu anderen Sauerstoff- oder Ozonbehandlungen.

Therapeutischer Effekt - Wie wirkt die HBO?
Die HBO ist eine Behandlungsform, bei der die Patienten unter Überdruckbedingungen (= hyperbare Atmosphäre) medizinisch reinen Sauerstoff (Oxygenation) einatmen. Um einen therapeutischen Effekt zu erzielen, muss der Druck deutlich über dem normalen Umgebungsdruck liegen.

HBO bei Strahlenproktitis und Strahlenspäfolgen:
Bedingt durch die größere Aufnahme von Sauerstoff in das Blut und des daraus folgenden höheren Konzentrationsunterschiedes zum Gewebe steigt die Wanderstrecke des Sauerstoffes in das unterversorgte Gewebe um das 4- bis 6fache an. Die HBO hat eine sichere Wirkung im durch Bestrahlungen belasteten Gewebe. Wunden beginnen zu heilen, Knochenschäden bilden sich zurück, Fisteln heilen ab (ohne oder mit Operation). Bei zukünftigen rekonstruktiven Operationen wird die Heilungschance verbessert. Behandlungsdauer: 30 - 60 Behandlungen a 2 1/2 Std. täglich

20.08.2008


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