Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Diagnostik Urethrografie

19.9.2008

Die Darstellung der Harnröhre ist ein häufig durchgeführtes Verfahren. Die Urethrografie ist eine Röntgenkontrastdarstellung der Urethra, der Harnröhre. Dieses bildgebende Verfahren ist ein Hilfsmittel, um bei Verdacht auf Harnröhrenstrikturen, das sind starke Verengungen, bei Verletzungen, Fehlbildungen und Tumoren der Harnröhre und bei Blasenentleerungsstörungen den Ursachen auf die Spur zu kommen. Die Urethrografie ist aber auch die Untersuchungsmethode der Wahl bei Verletzungen der Harnröhre.

Vor der Durchführung wird eine Leeraufnahme zur Darstellung von Steinen oder Fremdkörpern gemacht. Dann wird mit einem Katheter über den Penis (rückwärts = retrograd) Kontrastmittel ganz langsam in die Harnröhre und die Blase eingeflößt. Das ist etwas schmerzhaft. Der Betroffene wird dabei aufgefordert, seinen Blasenschließmuskel willkürlich zu entspannen, damit das Kontrastmittel in die Blase gelangen kann. Dies ist nicht ganz leicht. Wird es richtig gemacht und wenn es funktioniert dass steigen Luftbläschen in der Flasche, in welcher sich das Kontrastmittel befindet, auf, wenn sich der Schließmuskel entspannt und das Kontrastmittel in die Blase gelangt. Ist die Blase gefüllt, wird unter Durchleuchtung die Blasenentleerung beobachtet.

Diagnostik Miktionszystourethrografie MCU

Die Miktionszystourethrografie (MCU) ist ein Röntgenkontrastuntersuchung von Blase und Harnröhre, die während der Blasenentleerung (Miktion) durchgeführt wird, wenn ein Verdacht besteht auf

• eine funktionelle Blasenentleerungsstörung,
• eine Harnabflussstörung, bei der die Ursache unterhalb der Blase liegt, z. B. eine Prostatahyperplasie, Stenosen oder Harnröhrenklappen,
• vesiko-uretraler Reflux, einem ein- oder beidseitigen Zurückfließen von Harn aus der Blase in den Harnleiter und das Nierenbeckenkelchsystem besonders während der Miktion.

Wie bei der Ausscheidungsurografie beginnt das Miktionszystourogramm mit einer Abdomenübersichtsaufnahme. Danach wird über einen dünnen Blasenkatheter Kontrastmittel rückwärts (retrograd), d.h. durch die Harnröhre von außen, eingefüllt. Dabei kommen die Formen der Blase und der Harnröhre zum Vorschein.

Die Miktionszystourethrografie ist eine Untersuchung, bei der die Funktion „Harnentleerung“ sozusagen "in Aktion" festgehalten wird. Es wird deshalb kein normales Röntgen-Standbild gemacht, sondern durchleuchtet. Durchleuchtung bedeutet, dass eine Bild-Aufnahme mit einer speziellen Röntgenkamera gemacht wird, die Bilder in Bewegung darstellen kann. Dies ist immer dann erforderlich, wenn man die Blasenentleerung beurteilen möchte.

Harnröhrenengen oder Harnröhrenklappen können beispielsweise so erkannt werden.

Während der Betroffene seine Blase entleert, wird zur Befundabsicherung ebenfalls eine Aufnahme von beiden Nieren gemacht. Damit kann der Schweregrad eines möglichen Refluxes (Rückstau) beurteilt werden. Schließlich wird eine Übersichtsaufnahme des Beckens angefertigt, mit der man erneut einen möglichen Restharnbestand in der Blase registrieren kann.

weitere Informationen siehe "Harnröhrenverengung"

September 2008


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