Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Rezidiv und metastasiertes Prostatakarzinom

15.12.2009

Die Frage des natürlichen Krankheitsverlaufes eines PSA-Rezidives nach Prostatektomie untersuchten Porter et al. (Seattle) an 184 Patienten mit PSA, von denen 35,3% mit einer antihormonellen und 46,7% mit einer Radiatio behandelt wurden. Insgesamt entwickelten ca. 30% der Patienten eine Metastasierung und 20% verstarben am Prostatakarzinom, davon 40% bereits innerhalb der ersten 5 Jahre. Bester Marker zur Vorhersage des Krankheitsverlaufes war der Gleasonscore. Die antihormonelle Therapie als Monotherapie oder Kombinationstherapiegilt beim systemischen PSA-Rezidiv oder metastasierten Prostatakarzinom als Goldstandard. Auch hier ist die Frage nach dem geeigneten Zeitpunkt des Therapiebeginns nicht geklärt. Studer et al. (Bern) stellten die Ergebnisse der europäischen EORTC Studie, die die Hormontherapie als Primärtherapie untersuchte. Kein Unterschied konnte hinsichtlich der Zeitspanne zum Auftreten eines hormonrefrakt ären Tumorstadiums oder tumorspezifischen Überlebens gefunden werden zwischen sofortiger vs. verzögerter Hormontherapie erst beim Auftreten von klinischen Symptomen. In einer Subgruppenanalyse profitierten Patienten mit einem PSA > 50ng/ml und einer PSA-Verdopplungszeit von unter 12 Monaten am meisten von einer frühen Hormontherapie. In der Rezidivlokalisation haben bildgebende Verfahren einen geringen Stellenwert. Das Hauptziel einer solchen Bildgebung, die Unterscheidung zwischen lokalem und systemischen Rezidiv, ist bisher nur unzulänglich. Choueiri et al. (Cleveland) führten eine Auswertung der CaPSURE Datenbank an über 13.000 Patienten durch. Zusammenfassend zeigte die Studie, dass bei Patienten ohne Symptome die Chance auf eine positive Bildgebung bei einem PSA-Wert unter 5ng/ml und einer PSA-Verdopplungszeit unter 10 Monaten sehr gering ist. Die Rolle der Bisphosphonate in der Prophylaxe und Therapie von Knochenmetastasen sowie zur Prophylaxe einer Osteoporose unter antiandrogener Therapie wurde in mehreren Beiträgen unterstrichen. (Verlautbarung der Martini-Klinik, Hamburg im April 2007 vom Prostate Cancer Symposium in Orlando,USA 21. Bis 24. Februar 2007)


Schlagwörter:

Prostatarezidiv

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