Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Das Ende der schmutzigen Biopsie

11.5.2010

Die saubere Biopsie

Prof. Eickenberg betreibt seit 01.08.2008 offiziell seine Praxis als Urologe in der Altaklinik (Anmerkung: Nach meinen derzeitigen Informationen vom Mai 2010 praktiziert Prof. Eickenberg dort nicht mehr!). Heute (Oktober 2008) hatte ich Gelegenheit, etwas über die saubere, ein von ihm entwickletes Biopsieverfahren (oder weiterentwickeltes Verfahren - das habe ich nicht so ganz verstanden und das scheint auch umstritten zu sein), zu erfahren.

Saubere Biopsie? Wie geht das? Wie läuft das ab?

In der ALTA-Klinik in Gütersloh wird zunächst eine MRT-Aufnahme der Prostata gemacht.
Dann, der Patient liegt auf dem Bauch, wird MRT-gestützt eine Biopsienadel durch die Haut, den Aftermuskel und das dahinter liegende Fettgewebe in die Prostata und dort in die verdächtige Läsion gestoßen. NICHT durch den Darm! Prof. Eickenberg: "Finger raus aus dem Darm. Männer sind da besonders empfindlich." Durch seitliches Manipulieren der Biopsienadel, was lt. Prof. Eickenberg im Fettgewebe relativ unkompliziert möglich sei, können aus dem betroffenen Prostatalappen weitere Biopsieproben genommen werden. Sind in beiden Prostatalappen verdächtige Läsionen wird auch links wie recht je einmal eine Biopsienadel eingestochen.

Anschließend erfolgt die histologische Untersuchung der Gewebeproben beim Pathologen und die Beratung, welche Therapie opportun sei.

Die Weiterentwicklung, an der bereits gearbeitet wird, hat folgendes Ziel:
Der anwesende Pathologe untersucht nach der Probenentnahme wie beim sogenannten Schnellschnitt anschließend sofort, ob das Biopsat tasächlich Tumorgewebe enthält. Danach erfolgt die Beratung des Patienten und Entscheidung, ob RP oder z.B. wait and see oder, was bei multifokalen Herden nunmehr anders als bisher denkbar ist, nur eine Entfernung ausschließlich des Tumors oder bei multifokalen Tumoren die Entfernung nur des aggressiven Tumorteils durch die Röhre, die für die Biopsie in die Prostata gestoßen wurde. Prof. Eickenberg: %quot;Mit Hilfe der Microchirurgie kann ganz gezielt nur ein kleine Tumor entfernt werden. Es ist nicht mehr erforderlich wie bisher die gesamte Prostata zu entfernen." Und das heißt aus meiner Laiensicht: Organerhalt ohne dauerhafte Inkontinenzprobleme und mit Nerverhalt.

Vorteile dieses Verfahrens/dieser Vorgehensweise:
1. Biopsie nicht mehr rektal (keine „schmutzige“ Biopsie)
2. die Vorgänge bei der Biopsie sind per MRT sichtbar
3. Das Organ, die Prostata, bleibt erhalten.

Die Behandlung ist nicht auf Krankenschein machbar. Es wird privat liquidiert. Es war zu hören, die MRT-gestützte Biopsie koste so in etwa 700 Euro, hinzu kommen weitere Kosten u.a. für die vorherige MRT-Aufnahme und später für die microchirurgische Therapie.

Weitere umfangreiche Informationen hierzu unter

Saubere Biopsie

Und noch mehr siehe unter parasakrale MRT-gestützte Biopsie
oder unter
Hier wird Prostata sichtbar gemacht

letzte Aktualisierung im Mai 2010

WDF



Zurück