Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Saubere Biopsie

11.5.2010

"Saubere" Biopsie und gezielte organerhaltende Behandlung nach Befund Prostatakrebs

Ein neues Biopsie- und Therapieverfahren wurde von Professor Dr. H.-U. Eickenberg und Dr. Lumiani entwickelt. Es wird in der ALTA Klinik Gütersloh (www.alta-klinik.de) angewandt.

Kein Ausziehen, kein Anfassen, kein rektaler Eingriff.
Die Untersuchung der Prostata und der benachbarten Organe wird in einem Kernspintomographen (MRT) durchgeführt, der nur mit einem Magnetfeld arbeitet. Die Untersuchung dauert 20 Minuten. Eine Vorbereitung ist nicht notwendig. Der Mann bleibt vollkommen bekleidet. Durch diese in der Klinik entwickelte MRT-Methode entfällt komplett der rektale Eingriff durch den Darm. Informationen, welcher Teil der Prostata erkrankt und wie groß das Ausmaß ist, können so präzise gewonnen werden.

Die nicht-rektale Einmalbiopsie ist eine „saubere“ Lösung
Das verdächtige Areal in der Prostata wird dreidimensional MRT-gesteuert mit einem einzigen Einstich in örtlicher Betäubung erreicht. Dies geschieht ambulant durch die Haut. Dieses von uns entwickelte Verfahren ist deswegen schonend, weil es nicht durch den Enddarm gemacht wird. Die verdächtige Stelle wird gezielt getroffen und das gewonnene Gewebe vom Pathologen feingeweblich untersucht. Hiermit werden kleinste Tumoren festgestellt. Die Aussage, wie aggressiv der Tumor ist, bestimmt das weitere Vorgehen.

Prostatakrebs – trotzdem Lebensqualität
Bei einem Tumor der kleiner als 0,5 cm³ ist – genau gemessen im MRT – und keine aggressiven Gewebeanteile enthält, kann es bis zu 20 Jahren dauern, ehe sich daraus ein klinisch relevanter Prostatakrebs entwickelt. Mit den gewonnenen Informationen kann die geeignete Behandlungsstrategie gefunden werden, die sein kann:

Aktive Überwachung (active surveillance):
Hierbei wird der Patient mit einem wenig aggressiven Tumor zunächst in regelmäßigen Intervallen beobachtet. Es wird nicht sofort eingegriffen. Behandelt wird erst dann, wenn die Erkrankung fortschreitet oder der Patient eine Therapie wünscht.

Operation und Bestrahlung:
Wenn eine konventionelle Behandlung notwendig werden sollte.

Organerhaltende lokale Behandlung:
Über die im Tumor durch die Haut in lokaler Betäubung exakt platzierte Hohlnadel wird ausschließlich der Tumor gezielt behandelt.
Inkontinenz wird vermieden und Impotenz minimiert, da nicht die ganze Prostata entfernt wird.

Die Behandlung ist nicht auf Krankenschein machbar. Es wird privat liquidiert. Die MRT-gestützte Biopsie kostet zirka 700 Euro. Hinzu kommen weitere Kosten für die MRT-Aufnahmen und für die evtl. mikrochirurgische Therapie.

Meine persönliche Anmerkung:
Endlich wurde begriffen:
Hände weg von unserem Darm und raus aus dem Darm von uns Männern!

November 2008

Ergänzung: Die folgende auszugsweise Information im Originalwortlaut möchte ich korrekterweise den Lesern dieser Infothek nicht vorenthalten:

Sehr geehrter Herr Frost,
von Herrn XXXXX (Anmerkung: Name unkenntlich gemacht!) erhielt ich Ihre Mail vom 27.4.2010

Zur Richtigstellung muss ich Ihnen mitteilen, dass die Arbeitsgruppe in der Alta-Klinik in Gütersloh nicht mit den Arbeitsgruppen in Erlangen, Tübingen, Charite Berlin und Nijmegen und später auch Bochum zusammenarbeitete. Diese Zentren sind international über Jahre die erfahrensten Anwender der Technik. Herr Dr. Lumiani hat eine eigene Methode entwickelt, die mit der von den anderen Arbeitsgruppen erarbeiteten Methode nichts zu tun hat. Es sind deutliche Unterschiede dabei zu diskutieren.

Unter der Suchmaschiene für medizinische Wissenschaften http://www.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/ ist Herr Lumiani bis heute, 29.4.2010 nicht gelistet. Überraschend, wenn man eine neue Methode erfindet und international entwickelt (Meine Meinung). Herr Dr. Sintermann (Anmerkung: Urologe in der ALTA-Klinik) ist mir persönlich bekannt, er war lange neben meinem Vater als "Con"-Chefarzt im evangelischen Krankenhaus Lutherhaus in Essen-Steele tätig, nach dem Ausscheiden meines Vaters übernahm er die Position als alleiniger Chefarzt. Zu der Zeit bestand kein Forschungsinteresse in die MRT-Technik beim Prostatakarzinom.

Zur Internetseite der Alta-Klinik kann ich aus meiner Sicht sagen, dass das Versprechen "Dieses neue Verfahren verschafft dem Mann Klarheit mit nur einer Biopsie!" (Zitat) nach unseren Daten nicht haltbar ist, eine 100% Festlegung ohne falsch-positive oder falsch-negative Resultate gibt es nicht.
....

Mit freundlichem Gruß
Ihr

PD Dr. med. Dirk G. Engehausen
stellv. Direktor der Urologischen Klinik
des Universitätsklinikums Erlangen
Rathsberger Str. 57
D-91054 Erlangen
Deutschland

Weitere Informationen zu diesem Themenkomplex:
Biopsiefreie Diagnose
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MRT-gestützte Biopsie Prof. Engehausen

letzte Aktualisierung im Mai 2010
(WDF)



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