Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Medikamente k├Ânnen den PSA-Wert beeinflussen

15.5.2011

Es gibt von Experten ernstzunehmende Hinweise, dass Arzneistoffe die PSA-Messergebnisse beeinflussen können. Es seien dies Arzneistoffe aus der Klasse nichtsteroidaler Entzündungshemmer wie Aspirin 1) oder Diclofenac oder Ibuprofen. (Anmerkung: Das sind cortisonfreie Entzündungshemmer, man nennt sie auch "nicht-steroidale Antirheumatika", NSAR, hemmen, wie ihr Name bereits ausdrückt, die Entzündung und wirken damit auch schmerzlindernd auf entzündlich bedingte Schmerzen. Bei der Therapie rheumatischer Erkrankungen wirken sie auf die Entzündung "vor Ort", d.h. sie haben einen Einfluss auf die lokalen entzündlichen Symptome.)

Anmerkung: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Medikamente wie Ibuprofen, Diclo und ähnlich den PSA-Spiegel um bis zu 20% absenken. Ursache scheint die entzündungshemmende Wirkung dieser Medikamente zu sein. Und deshalab habe ich bisher in der Selbsthilfe noch nicht beobachten können, dass der PSA-Wert sich nach der Gabe von Ibuprofen erhöht hat. WEnn das dennoch so gewesen sein sollte, dann gab es andere Ursachen!

 

Um die Zusammenhänge mit dem Einfluß auf den PSA-Wert genauer zu klären, haben die Wissenschaftler im Rahmen einer Studie mehr als 1.200 Männern untersucht, die sich alle einem PSA-Test unterzogen hatten. Fast die Hälfte der Männer nahm regelmäßig regelmäßig NSAR-Medikamente, insbesondere aber Azetylsalizylsäure (Aspirin), die auch zur Blutverdünnung eingesetzt wird.

Ergebnis: Die PSA-Werte der Männer, die regelmäßig Azetylsalizylsäure oder ein ähnliches Medikament einnahmen, waren geringer als bei Männern, die solche Medikamente nicht dauernd einnahmen. Die Forscher waren allerdings unsicher, ob denn dieses Absenken des PSA-Wertes der Krebsentstehung entgegenwirken könne oder ob es lediglich ein Absenken des PSA-Wertes zur Folge habe. Letzteres wäre so eine Art Maskierung des PSA-Wertes und ein Problem bei der Beurteilung der Situation in der Prostatakrebs-Nachsorge.

Zu den traditionellen, cortisonfreien Entzündungshemmern (Cox-1-Hemmer) gehören u.a. folgende Medikamente: Acemetacin (z.B. Rantudil), Diclofenac (z.B. Voltaren), Ibuprofen (z.B. Imbun), Indometacin (z.B. Amuno), Meloxicam (z.B. Mobec), Naproxen (z.B. Proxen) und Piroxicam (z.B. Felden). Ob diese Medikamente komplett in der Studie auf ihre Wirkung auf den PSA-Wert untersucht wurden, ist nicht mitgeteilt worden. Aber denkbar wäre das schon.

Weitere Hinweise auf die PSA-Einflußnahme der folgenden Medikamente gab es in der oben genannten Untersuchung nicht: Celecoxib (Celebrex), Etoricoxib (Arcoxia), Lumiracoxib (Prexige). Es handelt sich dabei um sogenannte selektive COX-2-Hemmer bzw. Coxibe. Jedoch: Aus der "Reichle-Studie", Uni Regensburg, ist bekannt, dass im Zusammenhang mit weiteren Medikamenten das Celebrex wie auch das Arcoxia eine hemmende Wirkung auf das Wachstum des Prostatakarzinoms hat.
(25.11.2008 – WDF)

siehe auch: NSAR

Ergänzung zu 1)

In einer Arbeit aus England wurde untersucht, ob die Aspirin-Einnahme bei Männern mit einem zwischen 1998 und 2009 gesicherten Prostatakarzinom die Gesamtmortalität und/oder die tumorspezifische Mortalität verringern würde. Ergebnis: Es zeigte sich keine Senkung der tumorspezifischen Mortalität.

Eine weitere Untersuchung dieses Mal in den USA zeigte einen vorbeugenden Effekt bei der täglichen Aspirineinnahme.

Was folgern wir in der Selbsthilfegruppe daraus:

Die zusätzliche Einnahme von Aspirin wirkt wenn überhaupt nur in geringem Masse auf die Tumorprogression. Aber solang man nicht weiß, ob dem tatsächlich so bei allen Männern ist (siehe USA), werden wir es mit Aspirin weiter versuchen.

April 2015 WDF



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