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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Radikale Prostatektomie bei T3 Tumor

02.12.2008

Vortrag auf dem Urologenkongress 2008 in Stuttgart:

Radikale Prostatektomie bei cT3 Prostatakarzinom - Heidenreich
Eine retrospektive Analyse von 288 Patienten mit klinischem T3 PCA wurde durchgeführt. Untersucht wurde das pathologische Stadium nach RP sowie das rezidivfreie Überleben von Patienten mit einem cT3 PCa. Heidenreich: "Es geht um den klinisch palpalbaren cT3 Tumor - Ob RT oder HT oder RP - Es gibt keinen Konsens in den Gremien". Etwa ein Drittel der Patienten erhielten eine adjuvante Androgendeprivation (24%) oder eine Radiatio (10%) nach der RP. Bei 186 Patienten erfolgte die RP als alleinige Therapiemaßnahme. Prof. Heidenreich: "Wenn OP, dann extendiert operieren und möglichst alle Lymphknoten erfassen und entfernen." Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 44 Monate.

Das mittlere Alter betrug 63 (37 - 75) Jahre, der mittlere PSA-Wert lag bei 21.4 (1.1 - 97.8) ng/ml. Bei 47 (16.3%) Patienten war es tatsächlich nur ein pT2c Stadium, dafür lag bei 8.7% ein pT4 PCA vor. Über die Hälfte der Patienten hatte positive Schnittränder und knapp 40 Prozent hatten positive Lymphknotenmetastasen.

"Ohne MRT mit Spect ist der Samenblasenbefall nicht detektierbar."

Prof. Heidenreich berichtete, dass nach 44 Monaten nach der RP knapp 80 Prozent der Patienten kein biochemisches Rezidiv aufwiesen. Das tumorspezifische Überleben und das Gesamtüberleben habe bei 94% und 85% gelegen. Prof. Heidenreich:" Samenblaseninvasion, Lymphknotenstatus, positive Resektionsränder und ein präoperativer PSA - Wert >15 ng/ml sind gemeinsam ungünstige Prognosefaktoren." Dennoch sei die RP bei cT3 PCA gegenüber der Radiotherapie eine gleich gute therapeutische Alternative. "Insbesondere bei Patienten mit langer Lebenserwartung und Ausschluß ungünstiger Prognosefaktoren stellt die RP eine onkologisch sinnvolle Therapieoption dar."

Dazu eine weitere Stellungnahme:

Die Therapie des Hochrisiko-Prostatakarzinoms – Ergebnisse der radikalen Prostatektomie mit stadienadaptierter Androgenblockade (Long term outcome of patient with high-risk prostate cancer following…..) – Dr. Spahn

Zwischen 12/1989 und 10/2005 wurden 2655 radikale Prostatektomien von insgesamt 9 Operateuren durchgeführt. Alle Patienten mit Hochrisiko-Kriterien (PSA-Wert > 20 ng/dl, klinisches Stadium > T2c und/oder Gleason- Score > 8) wurden retrospektiv analysiert.

Spahn: "Jedes 5. PCa ist ein HRPCa."“ Und "Ein Problem war das Understaging bei 53% der Patienten mit T2. Die Hälfte hatte N1 davon 60 % mehr als 2 Lymphknoten."

Alle Patienten mit Samenblasenbefall oder Lymphknotenmetastasen wurden adjuvant antiandrogen behandelt. Das tumorspezifische Überleben nach 5 und 10 Jahren betrug 91,3 % und 87,2 %. Das PSA-freie Überleben lag bei 76,6 % und 56,2 % und das metastasenfreie Überleben bei 86,2 % und 79,5 %. Für Patienten mit hohen PSA-Werten bei Diagnosestellung mit geringer Komorbidität und einer Lebenserwartung > 10 Jahre ist nach Meinung von Dr. Spahn die radikale Prostatektomie mit stadienabhängiger Androgenblockade eine gute Alternative zur Bestrahlung.

"Ein Drittel ist heilbar. Die Überlebensrate liegt bei 75%. Deshalb sprechen die Daten für die OP bei einem T3!"

Dezember 2008


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