Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Metastasierendes Prostatakarzinom Therapieoptionen

27.12.2008

Eine kurative Therapie des metastasierenden Prostatakarzinoms gibt es nicht. Anfangs ist die Mehrzahl der Tumorzellen noch androgenabhängig, so daß eine Androgendeprivation Tumorzellen zerstören und das Tumorwachstum bremsen kann. Leider entwickeln sich aber im Laufe der Zeit Krebszellen, welche dieser Manipulation entwischen und sich trotz des Testosteronentzuges vermehren können. Im Verlauf der Erkrankung überleben diese androgenunabhängigen Zellen und es kommt zur Tumorprogression. Grundsätzlich kann man sagen: Nach mehreren Jahren der Behandlung wächst das Prostatakarzinom (der Tumor) meist unabhängig von der Medikamentierung mit Hormonen (Antiandrogenen) weiter. Die mittlere Überlebensdauer liegt jetzt bei weniger als einem Jahr.

In diesem Stadium profitiert ein Teil der Patienten von einer Chemotherapie mit zytotoxischen Substanzen. Chemotherapie bedeutet den Einsatz von Medikamenten (Zytostatika), welche Krebszellen angreifen und ihre Vermehrung blockieren. Es gibt mehrere solche Zytostatika. Seit 2004 wendet man vorzugsweise das Medikament Docetaxel an. Grundsätzlich ist jedoch das Prostatakarzinom für eine Chemotherapie nicht sehr empfindlich, weil es relativ langsam wächst.

Wenn Metastasen, vor allem solche in Knochen, zu erheblichen Schmerzen führen, ist die Bestrahlung möglich, greift jedoch die Knochenmarksreserve an. Oder man setzt Schmerzmittel ein, welche individuell den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden können. Als weitere Möglichkeit der Behandlung von Knochenmetastasen gibt es eine nuklearmedizinische Therapie. Hier spritzt man eine Substanz ins Blut, welche sich in den Knochenherden ansammelt und von dort direkt die Krebszellen bestrahlt. Zudem gibt es inzwischen eine Reihe von Medikamenten, die Bisphosphonate, die den Knochen härter machen (man sagt auch "versiegeln") und damit das Fortschreiten der Knochenmetastasen behindern.

In der letzten Lebensphase eines Menschen sind effektive Schmerztherapie sowie Symptomkontrolle für seine individuelle Lebensqualität von entscheidender Bedeutung. Die Auswahl des richtigen Opioids, mit zuverlässiger Retardierung und sicherer Wirkung sind für die Lebensqualität und das Befinden des Patienten mit entscheidend. Dennoch, vielerorts wird Schmerz bei Patienten mit inkurablen Erkrankungen unzureichend therapiert. Dabei ist besonders bei diesen Patienten mit begrenzter Lebenserwartung eine wirkungsvolle und nebenwirkungsarme Schmerztherapie sowie konsequente Symptomkontrolle wünschenswert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch bei einem sehr weit fortgeschrittenen Prostatakrebs zahlreiche Therapiemöglichkeiten bestehen und man damit das Leben (die Lebensqualität) des Betroffenen ohne Zweifel verbessern und manchmal auch verlängern kann.

Literaturempfehlung: Prof. Wolff und auch Prof. Heidenreich haben jeder ein Buch zum obigen Thema veröffentlicht. Es wäre müßig, daraus Einzelheiten abzuschreiben.

Dezember 2008



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