Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Cathepsine

28.12.2008

Die Expression lysosomaler Cysteinproteasen (Cystein-Cathepsine) korreliert in einer Vielzahl klinischer Studien positiv mit einer schlechten Prognose von Patienten. Jedoch ist wenig über spezifische tumorbiologische Funktionen von Cystein-Cathepsinen bekannt.

Cathepsine (kommt aus dem Griechischen, heißt siviel wie verdauen) sind Enzyme, die am Abbau von Zellorganellen, etwa überalterten Mitochondrien oder kollagenhaltiger Knochenmatrix beteiligt sind. Wahrscheinlich sind die Cathepsine auch bei der Neoangiogenese, das heißt der Neubildung von Blutgefäßen im Rahmen der Wundheilung und im Rahmen des invasiven Tumorwachstum, beteiligt, d.h. die Cathepsine sind daran beteiligt, wenn Körpergewebe aufgelöst wird: Sie sind im Spiel bei Arthritis und Osteoporose, bei invasivem Tumorwachstum, beim Streuen von Metastasen oder Entzündungen.

Cathepsine (gehören zur Gruppe der Proteasen) sind bei bei verschiedenen Tumoren ungünstige Hinweise bzgl. der Prognose. Steigt der Spiegel an Cathepsin B und L nach einer Operation wegen eines Karzinoms der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) an, dann ist dies ein wichtiger Hinweis für eine erneute Tumorausbreitung.

Der große Anfangserfolg mit Cathepsinen hat eine ganze Reihe neuer Fragen aufgeworfen:
Ist die Technologie allgemein anwendbar – mit anderen Worten: Funktioniert das Verfahren auch mit anderen Enzymfamilien?
Ist es für den industriellen Einsatz geeignet, und lassen sich mit Hilfe von Enzym- Microarrays neue biochemische Informationen z.B. Hemmstoffe (Inhibitoren) u.a. gegen den Prostatakrebs gewinnen?

Forscher wollen seit einigen Jahren Hemmstoffe entwickeln, die ganz spezifisch diese Cathepsine hemmen. Außerdem suchen die Wissenschaftler nach Protease-Hemmern mit neuartigen Wirkmechanismen ebenso wie nach Hemmstoffen, die im Körper deutlich stabiler sind als die bislang bekannten. Als Protease-Hemmer werden heutzutage meist Peptide verwendet. Das sind kleine Eiweißmoleküle, die als Arzneistoffe allerdings wenig geeignet sind, weil sie besonders im Magen-Darm-Trakt nicht stabil sind.

Bisherige Forschungen sind über das "Mausstadium" noch nicht hinausgekommen.

Eine wissenschaftliche Expertin:Anhand der Ergebnisse schlußfolgern wir, daß die Untersuchung von Gewebe-proben der Prostata hinsichtlich der Beteiligung der Cathepsine am Tumor-geschehen keine eindeutigen Erkenntnisse erbringt. Dies ist vermutlich auf die Heterogenität des Gewebes zurückzuführen, das nicht nur epitheliale, sondern auch stromale Zellen enthält. Die aus dem Gewebe angezüchteten Primär-zellkulturen scheinen ein genaueres Bild des Verhältnisses von Cathepsinen und den Inhibitoren zu geben und sind unserer Meinung nach den Bestimmungen in Gewebeproben vorzuziehen. (Beate Friedrich)

Dezember 2008


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