Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

postoperative Bestrahlung

13.3.2009

Durch eine externe (perkutane, dreidimensional geplante) Strahlentherapie (RT) mit Dosen von 60 bis 70 Gy kann in 30 bis 70 Prozent der Fälle der PSA-Wert wieder in den Nullbereich gesenkt werden. 40 bis 65 Prozent dieser Patienten verbleiben auch nach zwei bis fünf Jahren mit dem PSA-Wert im Nullbereich. Wenn eine Bestrahlung erwogen oder notwendig werden sollte, sollte der PSA-Wert möglichst unter 2 ng/mL liegen. Bei höherem PSA-Wert vor der RT erreichen weniger als 35 Prozent erneut einen PSA-Nullbereich.

Ein Strahlentherapeut sagt zur Strahlentherapie in einer R1 Situation:

Ein R1-Status oder >pT2c sind Kriterien für eine postoperative Bestrahlung. Die Bestrahlung führt in diesen Situationen nachweislich zu einer Verlängerung des PSA-rezidivfreien Intervalls und des metastasenfreien Intervalls. Diese Aussagen sind durch randomisierte Studien esichert.
Aus einer anderen Quelle:
Obwohl der Nachweis positiver Absetzungsränder mit einem höheren lokalen Rezidivrisiko zusammenhängt, (als bei einem PCa mit tumorfreien Absetzungsrändern 6.9%), erleiden nur ca. 50% der Risikopatienten tatsächlich ein Lokalrezidiv. Das biochemische rezidivfreie Überleben 10 Jahre nach RP liegt trotz positiver Absetzungsränder zwischen 42% und 70%. DEmnach würden bis zu 50% der Hochrisikopatienten nach der RPE unnötig bestrahlt, hätten mehr als 50 % der Patienten unnötige Bestrahlungs-Komplikationen. Die Forschergruppe um Öbek et al. identifizierten das Vorliegen multipler positiver Absetzungskanten, ein Alter > 70 Jahre, einen präoperativen PSA-Serumspiegel > 10ng/ml sowie einen postoperativen Gleason Score > 7 als signifikante Merkmale eines lokalen Frührezidivs. Die Forschergruppe um Grossfeld et al. entwickelte auf der Grundlage retrospektiver Datenanalysen Entscheidungskriterien zur postoperativen Radiatio nach RPE. Sie empfehlen bei der Kombination Gleason > 8, multiple positive Absetzungsränder, kein Samenblasenbefall und keine vesikalen Absetzungsränder die sofortige Bestrahlung der Prostataloge.

März 2009


Schlagwörter:

Bestrahlung, R1, T2c, pT2C

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