Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Komplikationen beim Harnröhrensphintker

11.5.2009

Beim Harnröhrensphinkter AMS 800 wurde von den nachfolgenden Komplikationen berichtet:

Als die vier wichtigsten Komplikationen wurden genannt:
Protheseninfektionen, mechanische Probleme, Harnröhrenerosionen und eine Rezidivinkontinenz.
Die Protheseninfektionen sei mit einer Häufigkeit von 4,5% vertreten und sei eine schwerwiegende Komplikation. Ursachen können lt. dem Vortrag der Experten sein, eine Kontamination durch Umgebungs- und Hautkeime z.B. auch während der Operation, nicht erkannte Harnweginfekte und Harnröhrenverletzungen.
Mechanische Probleme der Prothese würden im Durchschnitt in 7% der Fälle auftreten, seien in der Regel durch eine fehlerhafte Implantation bedingt und das habe mit der Erfahrung des Operateurs zu tun. Häufigste Ursache sei ein nicht richtig eingestellter Ballondruck, danach würden blockierte oder abgeknickte Schläuche folgen und eine inkorrekt gewählte Cuffgrösse (Harnröhrenmanschette).
Materialfehler kämen mit weniger als 0,3% vor.
Zu einer frühzeitigen Harnröhrenerosionen könne es entweder aufgrund von Infektionen oder durch einen zu kleinen Cuff kommen.
Eine Harnröhrenatropie sei häufig die Ursache für eine Rezidivinkontinenz, die sich durch die Implantation eines zweiten Cuffs in 80% der Fälle erfolgreich therapieren ließe.

Insgesamt würden die hier aufgezählten Komplikationen zu Revisionsraten von 11–28% führen. Dieses Risiko sollte nach Meinung der Autoren dem Patienten vor dem Eingriff bewußt gemacht werden.
Die genannten Zahlen stammen von den Drs. Daniel Meyer und Jürg Müller, Klinik für Urologie, Kantonspital St. Gallen;
Schw-Med-Forum 2007;7:820–823

siehe auch:
Künstlicher Schließmuskel undicht
Künstlicher Schließmuskel und Fahrrad fahren
Herstellerinformation in Englisch unter www.visitAMS.com
letzte Aktualisierung im Mai 2009


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AMS800

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