Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Wie streut Prostatakrebs?

04.2.2010

Da ist noch nicht alles erforscht!

Generell kann man sagen, dass Prostatatumoren langsam wachsen. Im frühesten Stadium ist der Tumor noch auf die Drüse beschränkt. Später streut der Tumor anfänglich von blossem Auge noch nicht sichtbar (mikroskopisch) in die Lymphabflusswege bzw. in die dortigen Lymphknoten im Becken und der Tiefe des Bauches. In höheren Stadien geht diese Tumorstreuung (Metastasenbildung) in andere Organe. Die Streuung erfolgt entweder direkt ins umliegende Gewebe, über die Lymphbahnen oder über den Blutweg z.B. in die Knochen, vorwiegend in das sogenannte Rumpfskelett (Wirbelsäule, Becken, Rippen). Aus Gründen, die nicht ganz klar sind, infiltrieren Prostatakrebszellen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Beckenkamm-Knoten auf der linken Seite, selbst wenn der Krebs im rechten Prostata-Seitenlappen sitzt.

Es sind noch viele Fragen offen.
Weshalb bilden sich bei Brustkrebs Metastasen vor allem im Gehirn, der Leber, den Knochen und den Lungen, während bei Prostatakrebs die Metastasen hauptsächlich in den Knochen streuen und bei Dickdarmkrebs in der Leber?
Weshalb bilden winzigste Metastasen (Mikrometastasen) häufig erst nach vielen Jahren große Metastasen, die schließlich für den Patienten tödlich sind?
Und weshalb bilden manche Krebsarten überhaupt keine Metastasen?

Die Frage, wohin Tumore streuen, haben Forscher jetzt beantwortet: Metastasen bilden sich nicht einfach dort, wo die Krebszellen zufällig hingeschwemmt werden. Vielmehr wandern Krebszellen in bestimmte Organe, weil sie Rezeptoren für Stoffe besitzen, die es dort gibt. Neurotransmitter, eigentlich Botenstoffe im Nervensystem, locken die bösartigen Zellen an.

Ergänzung:
Eine Metastasierung in die Organe geschieht nicht zwangsläufig erst nach einer Metastasierung in die Lymphbahnen, sondern gleichzeitig zu dieser.D.h. diese Abläufe geschehen auch parallel und nicht nur hintereinander.

letzte Aktualisierung im Februar 2010



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