Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bestrahlung nach RPE

19.12.2011

Die Frage wird häufiger gestellt: Bis zu welchem PSA-Wert kann man(n) warten, um sich bestrahlen zu lassen?

Grundsätzlich ist dazu anzumerken, dass man(n) bei einem niedrigen PSA nach der Radikaloperation gute Chancen hat, den Tumor durch die Bestrahlung zu zerstören. Heutzutage wird viel früher bestrahlt als noch vor wenigen Jahren. Es hat sich in Studien gezeigt, dass nach Radikaloperation und Rezidiv, die Bestrahlung bei einem PSA von 0,2 die Chancen größer sind, bei einem PSA ab 0,5 die Chancen jedoch sinken, durch die Bestrahlung noch eine Heilung zu erzielen.

Häufig wird nachgefragt: Ist eine Kombination von Bestrahlung und Hormontherapie besser?

Das kann man pauschal nicht sagen. Nach Expertenmeinung hat sich bei einem Gleasonwert von 7a (3+4) oder 7b (4+3) in Studien kein Überlebensvorteil bei einer zusätzlichen Hormontherapie gezeigt, d.h. die Überlebenszeit war mit und ohne Hormontherapie gleich. Die Experten meinen auch: Eine Hormontherapie könnte das Therapieergebnis verfälschen, da der Arzt nicht erkennen kann, ob die Bestrahlung gewirkt hat oder die Hormontherapie. Das ist besonders wichtig für die Beurteilung, ob eine systemische oder eine lokale Ursache verantwortlich ist für den vorherigen PSA Anstieg.
Warum?
Bestrahlung wirkt lokal und Hormontherapie systemisch!

zur letzteren Frage finden Sie mehr unter Bestrahlung und Hormontherapie

Der Strahlenexperte im BPS-Forum: Solange ein Überlebensvorteil für eine Therapie nicht nachgewiesen ist, muss man diese auch nicht zwingend machen.

Das sollte man(n) wissen:
Die Bestrahlung der Prostataloge ohne zu wissen, ob das Tumor ist, ist kein Einzelfall in der Onkologie. Strahlentherapie wird andauernd "blind" durchgeführt bei einer sehr grossen Anzahl von Tumorerkrankungen. Das Prostatatakarzinom ist da keine Ausnahme, sondern die Regel.Beispiel:Jede Patientin mit Brustkrebs, die keine Amputation der Brust erhalten hat, wird nachbestrahlt. Jede heisst 100%. Und das, obwohl wir wissen, dass ohne Strahlentherapie nur etwa 10-40% einen Rückfall bekommen würden (je nach Tumorstadium).Das heisst, wir behandeln mehr als die Hälfte aller Brustkrebspatientinen überflüssig.Harte Realität, aber das ist eben die Onkologie, schreibt der Strahlenexperte im BPS-Forum ganz aktuell.

Zum Thema schrieb Prof. Schostak im BPS-Forum:

Zur dauerhaften Erfolgsquote einer Strahlentherapie nach RPX gibt es zwar viele Studien, aber keine knallharte Evidenz.
Die aktuellste Arbeit eines der Publikationsgroßmeister sagt Folgendes: Although data from randomized trials are lacking, substantial evidence from retrospective, observationalstudies shows that salvage RT is effective at controlling local recurrence and reduces the risk of distant metastasis and PCSM. Reported rates of freedom from progression in salvage RT studies have been poor (10–50%)
(Stephenson, Bolla et al. Eur urol Dez 2011).
Also nur BIS ZU 50% erfolgreich (auf 15 Jahre gesehen).
letzte Aktualisierung im Februar 2010/Dezember 2011


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