Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Anatomie der Prostata

13.11.2010

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine muskuläre, ca. kastaniengroße walnussförmige Drüse .

Die Prostata liegt subperitonal, das heißt unter dem Bauchfell (Peritoneum). Sie ruht auf dem Diaphragma urogenitale und schmiegt sich von kaudal (beim Menschen unten) an den Fundus (klinisch auch "Hals") der Harnblase an. Dorsal (zum Rücken hin) wird sie durch den Mastdarm (Rektum) begrenzt, ventral (zum Bauch hin) durch die Schambeinfuge (Symphysis pubis). Mit dieser ist sie durch ein Band, das Ligamentum puboprostaticum, verbunden. Durch die Mitte der Prostata verläuft die Harnröhre (Urethra).

Mit anderen Worten: Die Prostata sitzt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt dort ringförmig die Harnröhre. Die Prostata ist ein pyramidenförmiges Organ mit Apex (Übergang in die Harnröhre) und Basis (Übergang in die Harnblase), welches unterhalb der Harnblase vor dem Rektum lokalisiert ist. Die Prostata wiegt bei einem zwanzigjährigen Mann ungefähr 20 g (3 cm lang, 4 cm breit, 2 cm dick), ihr Gewicht nimmt im Laufe des Lebens zu und kann auf über 100 Gramm anwachsen.

An der Basis der Prostata liegen die Samenbläßchen, Vesiculae seminales. Umgeben wird die Prostata von einer derben Organkapsel. Die Organkapsel ist apikal (also unten) am Übergang zum Schließmuskel und basal (das ist oben) am Übergang zur Harnblase nicht nachweisbar. Zusammen mit den Hoden gehört die Prostata zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes. Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren, welche die Samenzellen (Spermien) transportiert.

Ergänzung:

Das Prostatakarzinom ist ein Tumor, der von den Epithelien der peripheren Drüsenanteile ausgeht. In 97% aller Prostatakarzinome handelt es sich um Adenokarzinome. Das gewöhnliche Prostatakarzinom findet sich fast ausschließlich in der Außenzone der Prostata und dringt erst sekundär in das Zentrum vor. Darüber hinaus kann es zu einer Infiltration der Prostatakapsel kommen. Zudem breiten sich die Karzinomverbände in den perivasalen Lymphspalten und in perineuralen Zonen aus. An den Nervendurchtrittstellen penetriert das Prostatakarzinom die Prostatakapsel. Von besonderer Bedeutung ist das Ausmaß der Tumorinfiltration des neurovaskulären Bündels bei der nerverhaltenden radikalen Prostatektomie. Bei T2 und T3-Tumoren ist bereits in 80% der Fälle die ipsilaterale Kapsel im Bereich des Gefäßnervenbündels infiltriert. Wird bereits stanzbioptisch eine perineurale Tumorausbreitung gefunden, ist bei operativer Therapie von einem Nerverhalt an diesem Seitenlappen abzuraten.

Hier finden Sie eine mikroskopische Darstellung der Prostata
Weitere Informationen unter Zonale Aufteilung der Prostata

wichtige Ergänzung:
Tumoren mit Schwerpunkt in der Transitionalzone zeigen bezüglich der Primärdiagnostik und des klinischen Verhaltens einige Unterschiede zu den häufigeren Karzinomen der peripheren Zone.

aktualisiert im November 2010/ergänzt am 01.05.2015 WDF



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