Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

IMRT-Strahlentherapie Bericht aus einer Praxis

19.4.2009

IMRT-Strahlentherapie - Vortrag in Arnsberg am 16. März 2009

Im rappelvollen Tagungsraum der Arnsberger Selbsthilfegruppe verdeutlichte Frau Dr. Trog aus Hamm den Stellenwert der Strahlentherapie: "Die Strahlentherapie wird bei mehr als 50% der kurativen Patienten und bei mehr als 75% der Palliativpatienten eingesetzt. Und sie gehört mit der Chirurgie und Chemotherapie zu den Säulen der Tumortherapie." Die Strahlentherapie könne zudem einen Millimeter genau fixiert werden. Das verbessere das Überleben der Betroffenen.

Die Indikation für eine Bestrahlung sei gegeben bei Primärtherapie, nach einer Operation bei R1/R2-Resektion, bei pos. LK, bei Lokalrezidiven (PSA-Anstieg) und bei Palliation (Metastasen), wenn der Tumor hormon-refraktär sei. Die benötigte Strahlendosis und das daraus abzuleitende rezidivfreie 5-Jahresüberleben sei stadienabhängig. Bei einem T1 Tumor braucht es eine Dosis von 66 Gy um alle teilbaren Tumorzellen zu eliminieren. Im primär kurativen Stadium sollten unter Einsatz einer 3D geplanten konformalen Radiotherapie Dosen von 70 - 75 Gy und in der postoperativen Situation bei gesichertem Rezidiv oder PSA-Anstieg Dosen von 65 - 70 Gy appliziert werden, mit IMRT bis 84 Gy ohne Zunahme der Nebenwirkungen.

Bei der Bestrahlungsplanung seien Hüftknochen, Blase und Darm die Problemzonen, die geschont werden müßten. Eine konventionelle Dosisverteilung belaste zur Hälfte Blase und Darm. Mittels beweglicher Blei-lamellen in einem sogenannten Multileafkollimator (je mehr Lamellen desto bessere Anpassung und genauere Einstellung!) und einer dynamischen Dosismodulation (dynamisch sei besser als Step and shoot) können empfindliche Bereiche besser geschützt werden und die Bestrahlungszeiten mittlerweile auf ein Viertel der sonst üblichen Zeiten herabgesetzt werden. Bei IMRT werde der Enddarm maximal geschützt.

Die auf Nachfrage aus dem Publikum ins Gespräch gebrachte Rapid Arc-Gerätetechnik in Nordhausen habe sich lt. Frau Dr. Trog im klinischen Alltag noch nicht bewährt. Das gelte insbesondere für die Bestrahlung der Prostata.

Bei den Akutnebenwirkungen liege ein GradIII bei Blase wie auch Enddarm deutlich unter 1 %. Die Prozentzahlen der Spätfolgen bezifferte Frau Dr. Trog als sehr gering, was ich allerdings aus eigener Erfahrung an mir selbst nicht ganz nachvollziehen kann. Möglicherweise gilt diese Einschätzung nur für allerneueste Gerätetechnik. Ich wurde im Jahr 2000 bestrahlt.

Die Lebensqualität im Vergleich Strahlentherapie und Operation wurde hinsichtlich der Beschwerdehäufigkeit an Blase, Rektum und bzgl. der Potenz unterschiedlich und nicht eindeutig bewertet

Das wurde auch gesagt: Die max. verträgliche Strahlendosis der Blase sei 55 und die des Enddarms 65 Gy Bestrahlte Zellen "vergessen" mit den Jahren ca. die Hälfte der gespeicherten St.-Dosis Nach ca. 10 Jahren sei durchaus eine Nachbestrahlung möglich (individuelle Abklärung erforderlich!)
(WDF)

März 2009


Schlagwörter:

Rapid arc, Strahlendosis

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