Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Was ist eine Samenblaseninfiltration

28.4.2009

In der Regel entsteht das Prostatakarzinom oftmals multizentrisch (an verschiedenen Stellen gleichzeitig) in der äußeren Zone der Prostata, der peripheren Zone. Es wächst zunächst intraprostatisch (innerhalb der Prostata) und erreicht dann relativ bald die Prostatakapsel (Prof. Huland). Danach kommt es zur Infiltration der Samenblasen und des Harnblasenbodens.

Auf drei verschiedenen Wegen beginnt das Prostatakarzinoms in die Samenblasen einzuwachsen:

I – Die Invasion erfolgt direkt entlang des Ductus ejaculatorius ( Das sind die beiden Samen-Spritzkanäle. Sie münden im Bereich des Samenhügels etwa mittig in der Prostata in die Harnröhre. Sie leiten bei der Ejakulation die Spermien und das Sekret der Samenblase zum Weitertransport in die Harnröhre)

II - Zunächst erfolgt eine Kapselpenetration (Durchbrechen der Prostatakapsel) mit anschließender Samenblaseninfiltration

III – Es entstehen Karzinomherde (Prof. Huland nennt sie Karzinomnester) innerhalb der Samenblasen ohne erkennbaren Zusammenhang hinsichtlich der Entstehung

Das Prostatakarzinom breitet sich dann über die um das Nervenbündel herum vorhandenen Lymphspalten zuerst in die nächstgelegenen Lymphknoten und dann in die benachbarten Lymphbahnen und -knoten nahe dem Dünndarm, dem Kreuzbein und der Bauchaorta aus.

Prof. Huland: Es zeigte sich, daß Patienten mit einer ausgedehnten Samenblaseninfiltration wesentlich schlechtere Prognosen aufwiesen als solche mit geringem Karzinomausmaß bzw. nur einseitiger Samenblaseninfiltration. Außerdem wiesen Patienten mit einer Samenblaseninfiltration eine schlechtere Prognose auf als Patienen mit lediglich kapselüberschreitendem Wachstum bei gleicher Gesamttumormasse.

April 2009



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