Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Anämie

05.7.2010

Anämie, das ist zunächst Müdigkeit, Antriebslosigkeit hervorgerufen durch entweder eine Tumorerkrankung oder eine Chemotherapie

Der Körper benötigt Testosteron zur Synthese des Hormons Erythropoetin, das wiederum für die Synthese der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und des Hämoglobins erforderlich ist. Bei Männern mit länger andauerndem Testosteronmangel (z.B. nach Androgenantzugstherapie) kommt es bei Testosteronwerten von < 2,5 ng/ml im Laufe der Zeit zu einer Blutarmmut mit Hämoglobinwerten von < 12 mg% und Erythrozyten von < 3-4 Mio/ml. Die Blutarmmut führt zu schneller Ermüdbarkeit mit Kurzatmigkeit als auch zu zunehmender Schläfrigkeit der betroffenen Männer

Ein Betroffener unter Chemotherapie berichtet bzgl. EPO:
Der ergänzende Einsatz von "EPO" scheint sich zu bewähren. Der auf 8,2 g/dl abgesunkene Hämoglobinwert steigt wieder an. ......ergänzende Nahrungsergänzung mit Eisen (100 mg täglich für ca. 1 Woche). Anämie und Atemnot sind stark zurückgegangen. Gestiegen ist allerdings der Blutdruck. Neu ist ein leichter Druck im Schläfenbereich bei Anstrengungen bzw. bei "Positionsänderungen" Sitzen - Stehen, der aber nicht anhält.

Ein Strahlentherapeut äußert sich auf die Aussage eines anderen Betroffenen "…Gegen niedrigen Hb-Wert (10,8) nehme ich Epo…." wie folgt:

Das mit dem Epo sollte man sehr vorsichtig betreiben. Man muss zwischen einer sogenannten Tumoranämie und einer Chemotherapie-induzierten Anämie unterscheiden können. In der Regel ist EPO gegen Tumoranämie nur wenig wirksam und kann sogar schädlich wirken. Es gibt einige randomisierte Studien bei Patienten mit Lungetumoren und Kopf-Hals-Tumoren, wo die Gruppe mit EPO deutlich weniger überlebt hat.Bevor man EPO verschreibt sollte man wissen, warum man es gibt. Liegt ein Nierenproblem vor oder sind die Werte im Keller wegen der Chemo, dann kann man es verantworten. EPO aber nur gegen Tumoranämie ist weniger sinnvoll, da sind Bluttranfusionen besser (und billiger).
Bevor man mit einer EPO-Behandlung anfängt, sollte man den EPO-Spiegel im Blut bestimmen.

Ergänzend zu Epo:
Erythropoetin (EPO) ist ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon (Glykoprotein), das die Bildung roter Blutzellen (Erythrozyten) in den Stammzellen des Knochenmarks anregt (und als Dopingmittel bekannt ist). Erythrozyten binden in der Lunge Sauerstoff und transportieren diesen zur Versorgung der Zellen in die verschiedenen Körperregionen wie die Muskulatur.
Die EPO-Wirkung bei der Erythrozytenbildung wird verstärkt durch verschiedene andere Hormone, wie zum Beispiel Androgene, Thyroxin und das Wachstumshormon.

letzte Aktualisierung im Juli 2010

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