Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

HistoScanning

05.4.2012

Was ist HistoScanning?

Mit Elastografie, farbcodierter Power-Doppler-TRUS, computergestützte TRW/ANNA, Kernspin, Magnetresonanzspektroskopie der Prostata gibt es mittlerweile zahlreiche bildgebende Verfahren, die Prostatakarzinomdiagnostik zu unterstützen. Mit HistoScanning steht eine weitere computerunterstützte Methode zur rektalen Ultraschalluntersuchung zur Verfügung. Mit Histoscanning kann eine genauere und verbesserte Unterscheidung, Visualisierung und Größenbestimmung von Prostatagewebe erfolgen als mit den bisherigen konventionellen Ultraschalluntersuchungen.

Was kann HistoScanning?

Computerunterstützt werden aus den TRUS-Daten ca. 30 bis 35 Schnittbilder der Prostata erstellt. Tumorverdächtige Areale werden rot hinterlegt und in allen Schnitteben sowie in 3D- Grafik dargestellt. Dadurch kann eine sehr exakte Aussage über Größe und Lokalisation sowie eventueller Organüberschreitung des Tumors getroffen werden.

Was ist der Vorteil von HistoScanning? und wie ist es mit der Histoscanning Sicherheit?

Relativ kleine Tumorherde ≥0,50 cm3 in der Prostata werden von HistoScanning korrekt erkannt; auch kleinere, die jedoch mit weniger Sicherheit. Prostatatumore <0,50 cm3 gelten als Tumore mit niedrigem malignem Potenzial. In Studien zeigte sich eine nahezu 100%ige Übereinstimmung der Ergebnisse von HistoScanning mit den Ergebnissen der anschliessenden feingeweblichen Untersuchung des Prostatagewebes.
HistoScanning ist nicht invasiv oder schmerzhaft und völlig ohne Röngenstrahlenbelastung
Mit Hilfe von HistoScanning kann die Prostatastanzbiopsie zielgerichteter durchgeführt werden, weil die suspekten Areale in sonografisch basierten sagittalen Schnittbildern vorliegen.
Eventuell unnötige Prostatabiopsien können vermieden werden.
Hinsichtlich der Operationsplanung kann die lokale Tumorausdehnung besser beurteilt werden und damit das weitere therapeutische Vorgehen (z.B. Schonung der für die Erektion verantwortlichen Nerven!) beeinflussen.

Meine Anmerkung: Mit diesem neuen diagnostischen Verfahren kann die sog. invasive Diagnostik z.B. die Biopsie durch den Enddarm noch gezielter und für den Patienten schonender eingesetzt werden, d.h. mehr unnötige Biopsien vermieden werden. Was allerdings nicht heißt, durch Histoscanning könne man auf die Biopsie ganz verzichten. Das geht nach wie vor nicht!
(WDF)

Bei Patienten unter Active Surveillance könnte die Tumorvolumenbestimmung per HistoScanning als Grundlage für die Entscheidung dienen, diese Behandlung beizubehalten oder zu intervenieren.
In der Brachytherapie könnte HistoScanning möglicherweise zur zielgenauen Seed-Applikation in die dargestellten Tumorherde beitragen.

Wie ist der Ablauf?

Mithilfe eines kleinen Motors wird eine in den Enddarm eingeführte bleistiftdünne TRUS-Sonde gleichmäßig von rechts nach links um 179 Grad gedreht. Hierbei wird alle 0,2 Winkelgrade ein Radiofrequenz-Datensatz (RF) im Sagittalschnitt aufgezeichnet. Das ist in der Regel weder schmerzhaft, allenfalls im Einzelfall ein klein wenig unangenehm.

Fazit:
Dieses innovative bildgebende Verfahren schließt eine Diagnose-Lücke. Denn bislang stellten Patienten mit einem hohen PSA-Wert, aber gleichzeitig negativen Ergebnissen nach Biopsie ein großes Problem dar. Eine Hochrisikokonstellation, die betroffene Patienten meist verunsicherte und eine genaue Diagnose und Therapie-Empfehlungen für den behandelnden Urologen schwierig machte. Denn mit dem üblichen Ultraschallverfahren konnten lokale Verhärtungen und Gewebeveränderungen nicht immer ausreichend dargestellt werden.
Histoscanning Kritik:
Allerdings basieren bisherige Erkenntnisse auf einer sehr kleinen Studie mit m.W. 31 Patienten. In Deutschland ist eine weitere Studie mit einem größeren Patientenkollektiv geplant, war aktuell aus Urologenkreisen zu erfahren.

anbei ein Video, welches den Verlauf einer HistoScanning-Diagnose verdeutlicht. Klicken Sie auf der Seite, die sich öffnet, auf "DEMO Prostata Histo-Scanning...."

Wo gibt es Histoscanning?
Auf dieser Webseite finden Sie eine aktuelle Liste, wo Histoscanning angeboten wird

In der WDR-Mediathek fand ich den nachfolgenden Beitrag zum Histoscanning im Krankenhaus in Siegen

letzte Aktualisierung im Juni 2010/Mai 2011/Dezember 2011/April 2012

Ergänzung 2014

Histoscanning ist bekanntermaßen ähnlich wie ANNA-C-TRUS kein Bildgebungsverfahren, wohl aber ein computerunterstütztes Analyseverfahren zur Auswertung von Ultraschalldaten.

Ein Expertenteam um Javed, Chadwick und andere schlußfolgerten in einer Teilstudie, dass Histoscanning nicht zur Prostatakarzinomdiagnose geeignet sei.

Meine Meinung: Histoscanning wird möglicherweise von mpMRT überholt. Warten wir eine in London laufende Studie ab, die angekümndigt hat, in 2015 Daten zu veröffentlichen.

März 2015 WDF

 

 

 

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