Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Tumor-Stammzellen

06.8.2009

Tumor-Stammzellen haben im Unterschied zu normalen Zellen und teilweise auch in Unterscheidung zu sog. Tumorzellen folgende Eigenschaften:
Sie teilen sich auch ohne externe Wachstumssignale. Sie trotzen den Stopsignalen der Nachbarzellen. Sie umgehen das Selbstzerstörungsprogramm (Verweigerung der Apoptose), sie stimulieren die Neubildung von Blutgefäßen über die Sekretion von VEGF und verwandeln damit Monozyten in endotheliale Progenitorzellen mit der Folge der Kapillarbildung und Mikrometastasierung durch Angiogenese.

Tumor-Stammzellen sind a priori chemoresistent und a priori strahlenresistent, sh. Mitteilung von Prof. Otmar Wiestler vom DKFZ. Tumor-Stammzellen verfügen über Proteasen und das Potential zur Bildung von metastatischen Absiedelungen.

Tumor-Stammzellen können im Blut von Patienten mit metastasiertem Krebs bereits vor der bildgebenden Diagnostik nachgewiesen werden.

Tumor-Stammzellen begründen bei Krebs eine schlechtere Prognose. Die Zahl der Tumor-Stammzellen korreliert mit dem Erkrankungsstadium und mit dem Ansprechen auf therapeutische Maßnahmen. Damit hat die Isolierung, Quantifizierung und molekulare Charakterisierung von Tumor-Stammzellen eine entscheidende Bedeutung für die Früherkennung.

Tatsächlich erlaubt erst ihr Nachweis eine Früherkennung, die diesen Namen verdient. Darüber hinaus lassen sich Tumor-Stammzellen als Quellen für Biomarker zum Zwecke der Individualisierung der Therapieentscheidungen einsetzen, als prognostischer Marker nach Tumorentfernung und als prognostischer Marker für die rechtzeitige Rezidiv-Erkennung. Die Isolierung von Tumor-Stammzellen über die Blutbahn erlaubt eine gefährdungsfreie, biopsiefreie Materialgewinnung.

Somit kann die biopsiefreie Materialgewinnung durch Zellapherese und durch das Histo-Scanning per Elastografie und spektroskopischer MR die Biopsie ersetzen, s. auch Braeckman J. et al, Computer aided ultra-Sonography (histoscanning): a novel technology for locating and characterizing prostate cancer, British Journal of Urology, 101, 2008, 293-298

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Vorträgen von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.

August 2009


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