Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bestrahlung der Lymphabflußwege

27.8.2009

Eine Mitbestrahlung der LAW, wenn diese klinisch nicht tumorbefallen sind, ist nicht üblich.

Liegen dagegen LK-Metastasen vor, gibt es unterschiedliche Expertenmeinungen. Die Mitbestrahlung der LAW könne zwar die Lokalkontrolle verbessern (Perez/Brady), aber eine Auswirkung auf die Überlebenszeit sei fraglich. Denn auch nach einer Bestrahlung der LAW würde es in über 80% der N+ - Patienten zu Fernmetastasen innerhalb von 10 Jahren kommen.

Manche Experten halten die Lymphadenektomie vor allem für eine diagnostische Massnahme; sie sehen in der Bestrahlung der LK-Stationen kein Potential für eine Heilung. Für die Bestrahlung spricht aber, dass offenbar der Befall nur eines Lymphknotens keine schlechtere Prognose aufweist, als bei einer N0-Situation.

Meine persönliche Meinung: Vor allem bei einer langen Lebenserwartung dürfte die Bestrahlung der LAW die prognostischen Chancen verbessern helfen. Und das hieße: Wenn pN1, dann Mitbestrahlen der LAW.

Es gibt auch Experten, die die Meinung vertreten: Wenn die Partin-Tabellen ein Risiko von >15% signalisieren, dann LAW mitbestrahlen.

Hinweis auf die Anatomie bzw. das Bestrahlungsareal:
Falls die Lymphabflusswege mitbestrahlt werden sollen, betrifft dies die periprostatischen, die iliakal externen (insbesondere die Obturatoriusgruppe) und die iliakal internen (Bamberg/ Molls/ Sack 2004).

In Kombination mit einer Hormontherapie kann auch im Stadium pN+ ein karzinomspezifisches 10-Jahres-Überleben von 85,5% erreicht werden.

August 2009



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