Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Translationale Medizin

10.7.2011

..darunter versteht man Medikamente, die zwar zur Therapie verschiedenster Erkrankungen zugelassen sind, deren Wirkung gegen Prostatakrebs zwar gegeben ist, was aber oft nicht bekannt ist ( Beispiel: Axura )

September 2009

Ergänzung
aus einem Patientenrundbrief von Dr. Eichhorn, den von mir sehr geschätzten Urologen aus Bad Reichenhall:

Viele von Ihnen wissen dass ich sehr gerne weniger bekannte Medikamente zur Therapie des Prostatakarzinoms verwende – teilweise mit ganz erstaunlichen Resultaten. Oft handelt es sich zwar um rezeptpflichtige, aber relative einfach zu handhabende und preisgünstige Medikamente die Sie in jeder Apotheke bekommen können.
Stichwort: translationale Onkologie.
Der Vorteil dieser Vorgehenswiese liegt darin dass das Nebenwirkungsprofil dieser Präparate aus Zulassungsstudien bekannt ist. Man darf also davon ausgehen dass diese Arzneimittel ein günstiges Wirkungs/Nebenwirkungsprofil haben und sicher sind. Eine mögliche oder sogar in Studien belegte Wirkung gegen Prostatakrebs bedeutet aber nicht dass diese Präparate zur Therapie des Prostatakarzinoms zugelassen sind. Sie werden deshalb von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt ( off label Problematik ).

Oft denken Patienten dass nur solche Medikamente gegen Prostatakrebs wirken die zugelassen sind. Das ist ein grobes Missverständniss. Es gibt viele Substanzen die nachweislich gegen Prostatakrebs wirken aber nicht zur Therapie des Prostatakarzinoms zugelassen sind – z.B. weil die Herstellerfirma mit diesem Medikament in der Behandlung von Bluthochdruck, M. Alzheimer, AIDS etc. gut verdient und das wirtschaftliche Risiko für eine neue Zulassungsstudie nicht eingehen will oder kann -- - weil der Patentschutz abgelaufen ist , das Präparat von der Konkurrenz nachgebaut und billigst verkauft werden darf.
Einige Beispiele:
Actos® ( Pioglitazon )
Celebrex® ( Celecoxib )
Nizoral ® ( Ketokonazol )
Estradurin® ( Estradiol )
Doxa Uro ® ( Doxazosin )
Axura ® ( Memantine )

Im Rahmen der translationalen Onkologie kann man sehr schnell durch Einzelfallbeoachtungen oder in kleineren Pilotstudien Erfahrungen sammeln.
Natürlich entspricht diese Vorgehensweise nicht den Ansprüchen der evidence based medicine. Prospektive Studien, idealerweise doppelt verblindet und randomisiert sind wichtig und sollten auch von den Patientengruppen unterstützt werden - insbesondere wenn es sich um völlig neue Substanzen handelt. Patienten können damit einen wesentlichen Beitrag zum Erkenntnisgewinn in der Onkologie leisten – zum eigenen und zum Vorteil anderer Betroffener.Der große Nachteil liegt darin dass die Studien sehr aufwendig sind und eine unerträglich lange Zeit vergeht bis in diesen Studien erfolgreich getestete Medikamente den Patienten zugänglich gemacht werden können.

Wichtige Information
siehe Actos

aktualisiert im Juli 2011


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