Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Dihydrotestosteron

28.2.2012

Testosteron wird durch das 5-Alpha-Reduktase Enzym in Dihydro-Testosteron umgewandelt. Hierbei werden die Doppelbindung zwischen den vierten und dem fünften Kohlenstoffatoms des Testosteron- Moleküls entfernt und zwei Wasserstoffatome an das Testosteron-Molekül angefügt. Durch die Entfernung dieser Doppelbindung des Testosteron-Moleküls entsteht ein Dihydro-Testosteron-Molekül, das leichter an den Androgen-Rezeptor andocken kann und somit eine höhere Androgen-Rezeptor Affinität besitzt.

Das 5-Alpha-Reduktase Enzym ist nur in bestimmten Gewebetypen des Körpers vorhanden und stellt für den Körper einen Mechanismus zur Verfügung, in genau den Bereichen, wo eine stärkere Androgenwirkung benötigt wird, gezielt Testosteron in androgener wirkendes Dihydro-Testosteron umzuwandeln. Zu diesen Gewebetypen gehören Prostata, Kopfhaut, Haut, Leber und zentrales Nervensystem. Aufgrund der Aktivität des 5-Alpha-Reduktase Enzyms gelangt in diesen Gewebetypen fast nur Dihydro-Testosteron und kaum Testosteron bis zu den Androgen-Rezeptoren.

Durch eine Konvertierung von Testosteron in Dihydro-Testosteron wird die androgene Wirkung von Testosteron in vielen Gewebetypen deutlich verstärkt, da es sich bei Dihydro-Testosteron um das wirkungsstärkste androgene Steroid handelt, das im menschlichen Körper natürlich vorkommt. Verstärkungsfaktor 4 bis 5.

Die Serumkonzentration von Dihydrotestosteron korreliert mit dem Testosteron-Spiegel, liegt aber niedriger.

Bei jungen Männern liegt der DHT-Spiegel bei etwa 10 % des Testosteronspiegels (Umwandlung durch 5 a - Reduktase)
eim alternden Mann bleibt der DHT-Spiegel in der Prostata weitgehend konstant, obwohl der Plasmatestosteronspiegel sinkt.

DHT Referenzwert Männer: 2,5 - 10 ng/ml

Bildet man den Quotienten aus Testosteron und DHT, müßte der folgerichtig 10 betragen.

Übrigens:
Zink wirkt in gewissem Masse als 5-alpha-Reduktasehemmer und verringert die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron.

Noch etwas Grundsätzliches:
Steroidhormone sind fettlöslich und deshalb fähig, in alle Zellen des Körpers einzudringen. Das Eindringen in die Zellen geschieht durch passive Diffusion. Für Steroidhormone gibt es wahrscheinlich nur Rezeptoren im Zellkern. In vielen Zielgeweben (z.B. Prostata) wird Testosteron durch die 5alpha-Reduktase in Dihydrotestosteron transformiert, welches als intrazellulärer Mediator für die meisten Wirkungen des Hormons dient (Wilson 1995; Neumann 1992; Edquist 1997). Dihydrotestosteron bindet enger an den intrazellulären Rezeptor als Testosteron und der Dihydrotestosteron-Rezeptor-Komplex ist viel stabiler als der Testosteron-Rezeptor-Komplex. Auf diese Weise erklärt sich auch die grössere androgene Potenz des Dihydrotestosterons (Wilson 1995), welche zweimal grösser als die des Testosterons ist (Edquist 1997). Nur nicht- proteingebundenes Hormon kann in die Zielzelle diffundieren (Cain 1992; Edquist 1997). Das würde bedeuten, dass proteingebundene Steroide biologisch inaktiv sind.

Februar 2012


Schlagwörter:

DHT

Zurück