Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

PSA-Verdopplungszeit

07.12.2011

Zeit in Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren, in der sich der PSA-Wert verdoppelt hat.
Die berechnete PSA-Verdopplungszeit (PSADT) ermöglicht im Frühstadium häufig den 1. Hinweis auf das Vorliegen eines bösartigen Prozesses.
Eine PSADT von weniger als 6 Monaten läßt meistens auf einen schnell wachsenden malignen Tumor mit einer systemischen Ausbreitung der Erkrankung schließen.

November 2004

Ergänzung:
Die PSA-Verdopplungszeit scheint ein nützliches Werkzeug zu sein, um den Zeitpunkt einer Behandlung bei solchen Patienten zu überwachen, die anfangs mit "Abwartender Patientenführung" (expectant management oder active-surveillance oder watchfull waiting) behandelt wurden.

Ergänzung:
Eine Expertenmeinung zur PSADT:
eine "schnelle" Verdopplungszeit ist zumeist ein Hinweis, dass eher entweder ein entzündliches Geschehen oder eine extraprostatisches Tumorgeschehen vorliegt. Rezidivgeschehen innerhalb der Prostata haben meist längere PSA-Verdopplungszeiten.

Dr. Mark Scholz, USA zu Thema Verdopplungszeit beim AUPK:

Ich empfehle Ihnen die PSA Verdoppelungszeit sorgfältig zu beobachten bevor Sie über eine neue Therapie nachdenken. Ist die Verdoppelungszeit schnell, ziehen Sie ein auf Chemotherapie basier- endes Programm in Erwägung. D.h. bei einer schnellen PSA Verdoppelungszeit, machen Sie eine Chemotherapie mit Taxotere

Führen Sie die Behandlung zunächst eine Weile fort. Brechen Sie nicht vorschnell ab. Lassen Sie den PSA zunächst alle 2-max4 Wochen über einen Zeitraum von 2 Monaten messen, bevor Sie die Behandlung dann wirklich abbrechen.

Beginnen Sie neue Therapien rechtzeitig. d.h. beginnen Sie unverzüglich eine neue Therapie, wenn die alte nicht mehr wirkt.

Wichtige Ergänzung zur Verlaufskontrolle des PSA

Der Urologe im BPS-Forum äußert sich dazu ganz aktuell wie folgt:

....ich kann nur dringend davor warnen (ausser man hat PSA < 0.01), in ständig wechselnden Laboren PSA zu bestimmen. Aber schon, wenn verschiedene Ärzte ins gleiche Labor schicken, können sich Unterschiede ergeben, weil jede Praxis "ihren" Aufbereitungsrhythmus von Blutentnahme - stehen lassen zur Gerinnung - Zentrifugation - Serum abgiessen - verpacken bzw. einfrieren - hat.
Und z.B. das freie PSA reagiert massiv auf Blutverarbeitung später als 60 Minuten.
Also wenn es WIRKLICH wichtig ist, die PSA-VZ zu ermitteln AUSSCHLIESSLICH Werte vom gleichen Labor UND gleicher Praxis heranziehen! (Und auch da kann es gelegentlich zu Fehlern kommen)
Ein einzelner Anstieg sollte ausserdem immer kurzfristig nachkontrolliert werden bevor eine therapeutische Konsequenz daraus abgeleitet wird. Auch bei uns im eigenen Labor haben wir 2 Anstiege hintereinander gehabt und danach wieder den "alten" Wert über viele Monate.
Immer daran denken - wir behandeln MENSCHEN und keine Nachkommastellen von Laborwerten! Die Laborwerte sind immer nur HILFSMITTEL zur Beurteilung der Gesamtsituation!

letzte Aktualisierung im August 2007/DEzember 2011

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.



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