Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Theranostik

03.2.2010

So ist es uns bekannt:

Erst Diagnose und dann
die aus der Diagnose resultierenden Daten für eine nachfolgende Therapie verwenden. Das ist bei Theranostik anders.

Was ist mit Theranostik gemeint:

Theranostik - Das ist ein Doppelschlag gegen den Krebs: „Theranostik" bezeichnet die Kombination eines diagnostischen Tests (Diagnose) mit einer spezifischen, auf den Test(Dagnose-)resultaten basierenden Therapie.

Hierbei werden im Wesentlichen in-vitro-diagnostische Verfahren, wie beispielsweise DNA-Chip-Technologien, verwendet werden. Die bildgebenden Verfahren, vor allem die Molekulare Bildgebung, werden für die Frühdiagnostik an Bedeutung weiter zunehmen. Damit können Diagnosen zu einem sehr frühen Zeitpunkt im Krankheitsverlauf gestellt werden, noch bevor sich die molekularen Veränderungen in anatomischen Umstrukturierungen zeigen. Beispielsweise könnten so Tumorerkrankungen bis zu 7 Jahre früher als mit den heutigen Techniken diagnostiziert werden. (Quelle: WIKIPEDIA)

Theranostik - das scheint ein Weg zu einer maßgeschneiderten Therapie - das ist sicherlich eines der ganz großen Ziele, die in der Krebstherapie. Prof. Baum, Bad Berka: "Theranostics meint eine Diagnostik mit dem Ziel, den richtigen Pfad für eine geeignete, individualisierte Therapie zu finden, kurz „die richtige Therapie für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt".

Den Begriff Theranostik habe ich im Bereich Brustkrebs entdeckt.
Theranostik ist eine Wortgebilde aus "Therapie" und "Diagnostik". Theranostik unterstützt die effektive, patientenspezifische Therapiewahl, da moderne Therapieverfahren auf die individuelle Situation im Krankheitsbild "Krebs" abgestimmt werden.

März 2015 WDF

PSMA Theranostik

Primärtumor und mögliche Metastasen werden durch eine vorweg erfolgte PSMA-PET/CT erkannt und zugleich kann dann abgeschätzt werden, ob eine Therapie mit radioaktiv markiertem Y-90- oder Lu-177-PSMA erfolgen kann (Theranostik) bei

-Verdacht auf Wiederauftreten des Tumos oder eine Metastasierung bei ansteigendem Tumormarker PSA nach Entfernung / Bestrahlung der Prostata („biochemisches Rezidiv“)
-Ausschluss von Metastasen in Lymphknoten, inneren Organen und im Knochen
-Selektion zur systemischen Therapie mit Y-90- oder Lu-177-PSMA
-Verdacht auf Prostatakrebs trotz negativer Biopsie, z.B. zur Planung einer erneuten,gezielten Punktion.

Der Trick von 'Theranostik bzw. der PSMA-Radiorezeptorligandentherapie ist,
dass die Strahlung zu einem grossen Teil dort 'abgeliefert' wird, wo man das will:
In der Metastase, im Rezidiv. Und eben nicht dort, wo man die Strahlung nicht haben will, im gesunden Gewebe, wie dies bei Röntgen- und Gammastrahlung aus dem Linearbeschleuniger geschieht.
Dass die Anreicherung funktioniert, zeigen die 68Ga-PSMA-PET-Bilder, die ja gerade darauf basieren, dass das Radiodiagnostikum nur in den Krebszellen angereichert wird.

Gibt es Probleme: Ja. 90Y ein Betastrahler, strahlt im menschlichen Körper 11mm weit, also auch in die Umgebung, was problematisch ist, wenn z.B. die Metastase nur 6 mm groß ist. Dann richtet sich ein Teil der Bestrahlung gegen den Tumor, der andere Teil gegen das umgebende gesunde Gewebe. 177Lutetium, auch ein Betastrahler, strahlt zwar nur etwa 1.5mm weit, aber leider werden nicht nur Mikrometastasen bestrahlt, sondern auch gesundes Umgebungsgewebe, bei z.B. einer Metastase von 1,1 mm. Meine Überlegungen: Für größere Metastasen, für größere Tumoren mag das angehen, bei kleineren Tumoren, bei Mikrometastasen fürchte ich die Nebenwirkung durch Schädigung der gesunden Umgebung. Naturgemäss liegen noch keine Langzeiterfahrungen vor. Aber, so schrieb ein Forummitglied beim BPS, es ist allemal ein Strohhalm, wenn nichts anderes mehr geht und vergleichsweise nebenwirkungsärmer als eine Chemie.

Das war an anderer Stelle auch zu lesen: Bei den heute verwendeten Betastrahlern würde auch das Knochenmark mitbetroffen. Eine nachfolgende Chemo sei in der Regel nicht mehr möglich.

Zum gleichen Thema schrieb der Urologe fs im BPS-Forum: Ich habe heute mit Prof. Baum …..darüber gesprochen, der hat über 30 Jahre Erfahrung mit Radiorezeptortherapie in allen Varianten (auch experimentellen), war weltweit einer der ersten (noch vor Heidelberg). Er ist derzeit der Weltpräsident der Vereinigung der Therapeuten, die PRRT ausführen.
1. Die Therapie KANN und WIRD bis zu 10x wiederholt
2. bisher haben sie KEINE wesentliche Wirkung auf das Knochenmark und die Blutbildung gesehen (5000 PRRT davon etwas 20 bisher mit PSMA bei fortgeschrittenem PCA)
3. eine begleitende Chemotherapie ist PROBLEMLOS möglich, falls erforderlich
4. Versuche mit diversen APLHAstrahlern waren den Behandlungen mit Lu177 und Y90 WEIT UNTERLEGEN und wurden deswegen wieder verlassen!

Die PSMA-Radiorezeptorligandentherapie (mit 131Iod) bezifferte man auf etwa € 6 - 8'000.

08.04.2015 WDF



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