Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Neuroendokrine Differenzierung und Strahlen- bzw. Androgenresistenz

09.2.2010

etwa 10% aller gewöhnlichen PCa zeigen eine ausgedehnte und multifokale NE- Differenzierung. Die höchsten ChromograninA- Expressionsraten und Serumwerte finden sich bei Betroffenen mit klinisch Androgen-unempfindlichen Karzinomen. Die NE -Differenzierung stellt in der radikalen Prostatektomie einen unabhängigen Prognosefaktor für das PSA- Rezidiv dar, sagt Prof. Bonkhoff. Die NE-Differenzierung findet ausschließlich in der Go-Phase des Zellzyklus satt und ist somit resistent gegenüber der konventionelle Bestrahlung und Chemotherapie. Nur ein Bruchteil der NE Tumorzellen (0.1%) geht in den programmierten Zelltod. Die Hauptmasse der ChromograninA- positiven Tumorzellen im PCa ist potentiell unsterblich und somit therapierefraktär.

Die durchzuführende Therapie ist palliativ, in diesem Erkrankungsstadium besteht eine ungünstige Prognose.

NE-Tumorzellen entwickeln sich über einen Prozess der Zwischendifferenzierung aus exokrinen (PSA-positiven) Tumorzellen. Dieser Differenzierungsprozess wird vorzugsweise durch Androgenentzug induziert und kann durch Wiederzuführen von Androgenen (Testosteron-Substitution) umgekehrt werden. Jüngere Studien deuten darauf hin, dass Somatostatinanaloga ebenfalls wirksam sein kann.

Ergänzung:
"Bei Neuroendokriner Differenzierung eines PK-Tumors sollte nicht nur eine PSMA-PET sondern auch eine Octreotid-PET durchgeführt werden! Dafür ist Bad Berka prädestiniert, sagt Urologe fs im BPS-Forum.

Anmerkung aus Wikipädia: Octreotid ist ein synthetisches Analogon des Peptithormons Somatostatin, das als Arzneistoff eingesetzt wird. Über DOTA an 111 Indium oder 68Gallium gekoppelt (Edoretoid, DOTATOC) wird es in der Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie, beziehungsweise in der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), zum Nachweis (Diagnostik) neuroendokriner Tumoren verwendet. Für therapeutische Zwecke (Radionuklidtherapie) können Betastrahler, wie beispielsweise 90Yttrium oder 177Lutetium, verwendet werden. 

Grundsätzlich: Grundlage der nuklearmedizinischen Verfahren zur Diagnostik neuroendokriner Tumoren ist die Überexpression des Somatostatinrezeptors. Das körpereigene Wachstumshormon Somatostatin bindet an fünf verschiedene Rezeptor-Subtypen (Subtyp 1–5). Besonders der Subtyp 2 wird auf Tumoren häufig überexprimiert und ist somit ein interessantes Target. In den achtziger Jahren wurden Peptidanaloga entwickelt, welche selektiv an die Somatostatinrezeptoren binden und mit Radionukliden markiert werden können. Durchgesetzt hat sich die Szintigraphie

mit Indium-111-Octreotid.
Jedoch enthält der Artikel im
Schweiz Med Forum 2011;11(1–2):11–13 den deutlichen Hinweis:
Ga-68-DOTATOC-PET/CT übertrifft die In-111-Octreotid-Szintigraphie deutlich!

 

Quelle: Ole Christopher Maas, Flavio Forrer, Basel

 

"Weder Firmagon, noch Enzalutamid könnten dem NE-PCA etwas anhaben!
Es wäre ggf. nach Befund eine Carboplatin/Taxotere-Chemotherapie neben einer  evtl. Peptid-Radiorezeptor-Ligandentherapie gegen PSMA und Neuroendokrin zu erwägen", sagt/schreibt der Urologe fs aus dem BPS-Forum.

29.09.2014 WDF 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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