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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Ă„rztliche Zweitmeinung

09.2.2010

Ärztliche Zweitmeinung optimiert Therapieansatz

Das Einholen einer Zweitmeinung kann helfen, den richtigen Therapieansatz zu finden. Das ist das positive Ergebnis einer Studie unter Beteiligung der Charite, Klinik für Urologie, in Berlin. Ziel der Studie unter Prof. Mark Schrader war es, Ärzte bei der Therapiewahl "Welches ist die richtige Therapie" zu unterstützen. Insgesamt bearbeiteten die Experten aus dem Zweitmeinungszentrum 642 Anfragen von Klinikärzten und niedergelassenen Urologen zum Therapiespektrum Hodenkrebs und erstellten eine ärztliche Zweitmeinung

Ergebnis:
Bei einem Drittel gab es eine abweichende Therapieempfehlung, teilweile sogar starke Korrekturen der vorgesehenen Ersttherapie. Auffällig waren die Unterschiede zwischen Erst- und Zweitmeinung bei fortgeschrittenen Erkrankungsstadien. So konnte die Dosis der Chemotherapie in 40 Prozent der Fälle reduziert werden, nur in 25 Prozent war mehr Wirkstoff nötig.

Die Zweitmeinung wurde von 70 Prozent der Ärzte akzeptiert. Prof. Schrader: "Überträgt man dieses System der Zweitmeinungen auf andere onkologische und nicht-onkologische Erkrankungen, dann erreicht man wesentlich effektiver, dass bestehende Richtlinien auch gezielt angewendet werden".

Mark Schrader et al.: Burden or Relief: Do Second-Opinion Centers Influence the Quality of Care Delivered to Patients with Testicular Germ Cell Cancer?, European Neurology, DOI: 10.1016/j.eururo.2009.10.032

Meine Meinung:
Hinsichtlich einer im Zweifelsfall von uns Patienten gewünschten Zweitmeinung bei Prostatakrebs würde seitens unserer Urologen etwas mehr Akzeptanz helfen, eine angespannte, gelegentlich mißtrauische Haltung im Arzt-Patientenverhältnis in eine Situation gelassenen Vertrauens zu wandeln.
(WDF-Februar 2010)


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