Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Gynäkomastie

14.3.2010

Durch nichtsteroidaler Antiandrogene (z.B. Bicalutamid) kann es zum Auftreten einer Gynäkomastie und entsprechenden Beschwerden kommen. Meist hilft eine prophylaktische Bestrahlung der Brustdrüsen. Bei bereits ausgeprägter Gynäkomastie gelingt durch die Bestrahlung eine Symptomlinderung in 60–70 % der Fälle. Zumeist sind es 4–5 Bestrahlungen bei einer Einzeldosis von 3 Gy und einer Gesamtdosis von 12–15 Gy als Prophylaxe. Möglicherweise soll aber die Bestrahlung künftig höher dosiert werden.

Meine Bemerkung:
Mit einer Dosiserhöhung hätte ich Probleme. Bei der Bestrahlung der männlichen Brustwarzen bei Gynäkomastie befürchte ich, der Herzmuskel könne durch eine Bestrahlung der linken Brustseite geschädigt werden. Ich habe irgendwo gelesen: Zu den Spätfolgen einer Tumortherapie gehören Entzündungen des Herzbeutels, des Herzmuskels selber mit sich daraus entwickelnder Vernarbung (Fibrose), der Herzmuskelgefäße und eine Funktionsstörung des Herzmuskels. Durch eine Entzündung der Herzgefäße kann sich langfristig eine koronare Herzerkrankung entwickeln. Außerdem kommen Herzrhythmusstörungen und Schädigungen der Herzklappen vor. Bis zu einer Dosierung von 15 bis 20 Gray scheinen nach den mir zugänglichen Daten keine anhaltenden Störungen aufzutreten.

Eine Alternative wäre der Einsatz von Tamoxifen anstelle der Strahlenbehandlung. Vielleicht ist das sogar effektiver. Ungeklärt scheinen aber Dauer und Dosierung der Tamoxifentherapie, also keine Langzeitdaten.
Siehe Brustdrüsenschmerz
Brustdrüsenschwellung

Zur operativen Entfernung steht hier mehr: Männerbrust verkleinern

letzte Aktualisierung im März 2010


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