Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Ernährung bei Bestrahlung

03.3.2010

Strahlenbehandlungen können eine Strahlenproktitis auslösen oder Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Verstopfung verursachen. Die Beschwerden sind in der Regel vorübergehend und gehen nach dem Abschluss der Behandlung zurück. Einige dieser Symptome können durch eine Anpassung oder Umstellung der Ernährung gemildert werden. Dazu gehören als milde Mittel bei Strahlenproktitis z.B. Heidelbeertee oder Flohsamen; da gibt es aber noch andere Möglichkeiten, die mit dem Arzt besprochen werden sollten.
Hierzu siehe in der Datenbank den Eintrag:Proktitis

Eine möglichst normale und gesunde, ausgewogene Ernährung liefert dem Körper lebenswichtige Nährstoffe und stärkt den durch die Krankheit und die Bestrahlungen belasteten Organismus.
Mehr dazu unter dem Suchbegriff Ernährung bei Krebs

Vermeiden Sie sehr fette, sehr süße, geröstete, panierte frittierte, stark gebratene, blähende Kost. Ebenso vermeiden Sie sehr saure und auch scharf gewürzte, stark gesalzene, gepökelte und geräucherte Lebensmittel wie auch die meisten Fruchtsäfte, insbesondere die mit einem kräftigen Anteil an Obstsäure. Ost sollte in dieser Zeit besser gekocht sein. Bei einigen Betroffenen treten auch noch lange Zeit (bis zu 6 oder 8 Monate) nach der Betrahlung nach dem Verzehr von Sahne und fetter Milch postwendend sehr schnelle Stühle (Durchfall) auf.

Schmackhafte, appetitlich angerichtete Mahlzeiten steigern, trotz der durch die Bestrahlung bei einigen Betroffenen hervorgerufene Abneigung, genußvoll zu essen, die Lust am Essen, allerdings lieber öfters kleine Mahlzeiten, alle zwei bis drei Stunden, die Speisen gut durchkauen und soviel wie möglich trinken. Hochprozentiger Alkohol- und vor allem den Nikotinkonsum so weit wie möglich drosseln, besser in dieser Zeit ganz verzichten. Alkohol reizt die ohnehin gereizten Schleimhäute und kann unangenehme Nebenwirkungen sogar noch verstärken; das gilt auch für Nikotin. Hingegen ist Wein in wirklich geringen Mengen erlaubt.

Hier lohnt es sich, professionelle Hilfe einer Ernährungsberaterin in Anspruch zu nehmen.

Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten in der Zeit während und noch ein paar Wochen nach der Bestrahlung. Medikamente können die Darmschleimhaut reizen. Sie sollten immer mit genügend Flüssigkeit und – falls nicht anders verschrieben – nicht nüchtern eingenommen werden.

Krebsdiäten sind in dieser Zeit reiner Unsinn, davon ist dringend abzuraten. Sie sind unwirksam, einseitig, eintönig und schwächen zusätzlich den durch die Bestrahlung ohnehin geschwächten Organismus. Sicherlich ist aber eine überwiegend vegetarische Kostform ergänzt durch Milchprodukte, Eier, Fisch und gelegentlich Geflügelfleisch empfehlenswert. Ein kompletter Fleisch- und Fischverzicht ist UNSINN, bringt nichts. Eine rein vegetarische Ernährung führt zu Mangelerscheinungen und kann den Kranken schädigen! In Verbindung mit der sogenannten Mittelmeerküche mit vor allem FRISCHEM Gemüse und Obst sowie hochwertigem Ölivenöl (da muß man sich schon umsehen und gut informieren, um richtig zu kaufen). Die meisten Mineralien, Vitamine, Spurenelemente braucht man bei so einer Kost ÜBERHAUPT NICHT gesondert und in Pillen zu sich nehmen.

Nach Abschluss der Strahlentherapie dauert die Wirkung der Behandlung noch bis zu zwei und drei Monaten, bei einigenb Betroffenen bis zu einem halben Jahr und länger, an. Deshalb nach der Bestrahlung nur langsam zu der gewohnten Ernährung übergehen.

Bei anhaltenden Bestrahlungsfolgen ist ein Arztbesuch dringend angeraten. Eventuell steht hier auch noch etwas Verwertbares: Spätfolgen

letzte Aktualisierung im März 2010


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