Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Bogenbetrahlung

16.4.2010

Bei dieser Strahlenbehandlung unterscheidet man zwischen konformaler (Conformal Arc) und dynamischer Bogenbestrahlung. Der Beschleuniger bewegt sich um die Patientenliege herum. Vor jeder Bestrahlungssitzung kann mit einem CT die korrekte Lage der Prostata kontrolliert werden und diese nach dem ursprünglichen Bestrahlungsplanungs-CT elektronisch korrigiert werden.

Während der Bestrahlung rotiert der Strahlerkopf um den Patienten, zugleich bewegen sich die im Strahlerkopf angeordneten Lamellen. Zusätzlich wird die Dosisleistung der Strahlung während der Therapie verändert. Diese Faktoren werden genau an Lage und Beschaffenheit des Tumors ausgerichtet und ermöglichen so die präzise Bestrahlung. Mit einer schnellen Bogenbestrahlung (Bogen = arc; schnell=rapid) ist die Behandlung in etwa 1,5 bis vier Minuten möglich. Die kurze Bestrahlungszeit von rund zwei bis vier, statt der bisherigen 10 bis 20 Minuten senkt die Gefahr, dass sich der Patient selbst oder das betroffene Organ während der Bestrahlung bewegt.Für die Prostatakrebspatienten ist das eine Entlastung und große Erleichterung, weil die Bestrahlung mit voller Blase erfolgen muss.

2007 wurde ein Problem erkannt, nämlich das Bestrahlungspläne basierend auf einem dosisdynamischen Multi-Leaf-Collimator auf IMRT-Geräten nicht korrekt erkannt und umgesetzt wurden. Es bestand die Gefahr ungenauer Bestrahlungsdosen im Zielgebiet. Ob das heute noch zutrifft, ist mir unbekannt.

Der Strahlenexperte im BPS Forum zur Bogenbestrahlung:

Bogenbestrahlung ist eine Form der IMRT, die mit sliding window arbeitet. Es stimmt nicht, dass diese Form die normale IMRT mit step-and-shoot ablöst, oder dass sie besser ist. Diese Verfahren (kommerzielle Namen VMAT oder Rapid Arc) sind Industrielösungen, die ein Ziel verfolgen: Die Bestrahlungszeit am Gerät deutlich zu verkürzen. Sonst sind sie der normalen IMRT nicht überlegen.

Weil die Lizenzen für solche Software sehr teuer sind, gibt es diese "Bogenbestrahlungen" nicht überall.

Darüber hinaus sollte man bedenken, dass die Dosisverifikation/Qualitätssicherung (d.h. die Kalibrierung des Bestrahlungsgerätes) zur "Bogenbestrahlung" extrem schwieriger als die für eine 3D oder "normalen" IMRT ist. Ob man wirklich immer zu 100% weiss, wieviel (Anmerkung: im Zielogebiet) eingestrahlt wird, bin ich mir nicht sicher.

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