Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Anti TKTL 1 Diät

24.11.2011

Ernährungsexperten äußern sich kritisch:

1. es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für eine antitumorale Wirkung dieser Diät, ausser einem Mausmodell. Mausmodelle lassen sich nur sehr selten auf den Menschen übertragen.

2. Tumorzellen können nicht ausgehungert werden, weil sie sich vielseitig mit Nährstoffen versorgen können.

3. Nicht jeder Tumor zeigt den Warburg Effekt (Gährungsstoffwechsel).

4. TKTL1 ist nicht tumorspezifisch sondern auch in normalen Gewebe nachweisbar.

5. Es fehlt der Beweis, dass TKTL 1 eine eigene Transketolaseaktivität besitzt.

Fazit:
Die "Anti TKTL1 - Diät" kann nicht empfohlen werden.

Die Experten meinen, die Ernährung eines Tumorpatienten dürfe durchaus kohlenhydratarm sein, wenn eine derartige Ernährung keine nachteilige Wirkung nach sich zieht. Spezielle Lebensmittel seien dazu jedoch nicht notwendig.

Quelle: Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

Mai 2010

Ergänzung im November 2010
Im BPS-Forum ist Kritisches und Zustimmendes zu lesen:
Kritisch äußert sich Herr W.:

Ich glaube, dass die durch den Kohlehydratentzug (als Obst ist z.B. nur die Zitrone in der grünen Liste erlaubt) dem Körper insgesamt mehr Schaden zugefügt wird, als Nutzen bei der Bekämpfung eines Rezidivs entsteht. Im Endeffekt ist es eigentlich egal, ob man am Krebs, Infarkt, Schlaganfall oder anderen Krankheiten stirbt -überlebt hat es bisher noch keiner! Lebensqualität bemisst sich nicht nach Lebensquantität! Da sollte jeder für sich selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist. Ich bin noch am Suchen! Eines ist mir aber jetzt schon klar: Nach der AHB kehre ich zu einer gesunden, das Immunsystem stärkenden, Ernährung zurück und werde mich dabei der Hilfe meiner Hausärztin bedienen.
Zustimmung kommt von Herrn T.:
Ich werde mich weiter nach den Ernährungsvorschlägen von Herrn Dr. Coy und meines Heilpraktikers richten. Auch, wenn es sehr kritische Aussagen in diesem Forum (Anmerkung: gemeint ist das BPS-Forum) darüber gibt. Meine TKTL1-Werte:
18.09.09 - 143
17.05.10 - 137
11.11.10 - 126
Nicht unerwähnt soll dieser Beitrag bleiben: TKTL1-Ernährungstherapie – neue Therapiechance bei aggressiven Tumoren Das von Dr. Joh. Coy entschlüsselte TKL1- Enzym ist die Basis eines bisher nicht verstandenen vergärenden Glukosestoffwechsels (aerobe Glykolyse), mit dem verständlich wird, warum bei diesem Stoffwechselweg auch verfügbarer Sauerstoff nicht für die Verbrennung von Glukose verwendet wird und statt dessen Glukose zu Laktat vergoren wird (Coy et al., 2005; Langbein et al., 2006). Dieser neue Stoffwechsel stellt einen enormen Vorteil für die Krebszellen dar. Infolge der Vergärung von Glukose und der damit verbundenen Energiegewinnung sichern sich die Krebszellen einen selektiven Vorteil, in dessen Folge sie sich unkontrolliert vermehren können, in andere Gewebe eindringen und metastasieren. Gleichzeitig werden die Zellen gegenüber vielen Chemo- und Strahlentherapien resistent.
Wichtig in dem Zusammenhang:Durch den Nachweis des TKTL1-Enzyms in Tumorzellen können Krebspatienten identifiziert werden, bei denen eine Hemmung des Glukosestoffwechsels sinnvoll ist. Und sind TKTL1-positive Zellen im Tumor nachgewiesen, kann man über die TKTL1- Ernährungstherapie herkömmliche Therapien wie Chemo- und Strahlentherapie sinnvoll unterstützen.

Ergänzung:
Eine wichtige Anmerkung folgte in der Diskussion im BPS-Forum:
Man sollte bei den Empfehlungen für die ketogene Diät natürlich nicht aus den Augen verlieren dass diese nur den vollen Nutzen bringt wenn in den Tumorzellen das TKTL1- Enzym nachgewiesen ist. Fehlt dieses,......., bringt diese Diät nicht den zu erwartenden Vorteil.

Ergänzug zum Thema Laktat lesen Sie diese Fundstelle zu Laktat - Schlüsselsubstanz bei Krebs

aktualisiert im Dezember 2010/November 2011



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