Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

GC MAF1 und Nagalase

22.12.2010

Im Gespräch in Insiderkreisen ist aktuell Gc MAF1, eine Immuntherapie von Dr. Yamamoto. Das Zeug wird per Infusion verabreicht, ist derzeit wohl nur auf den Bahamas in der dortigen Studie verfügbar, soll mit angeblich 4500 Euro nicht zu teuer sein + Flugkosten, denn man muß es dort per Rezept verordnet dort abholen. Es handelt sich dabei um (ich habe das mal vorsichtig übersetzt, mein Englisch ist schon ein paar Tage her, wo ich es gelernt habe!):

• ein biologisches Molekül, das Serum Gc-Protein oder Vitamin-D3-bindendes Protein genannt wird, ist die Vorstufe des wichtigsten Makrophagen-aktivierenden Faktors (MAF).

•Bei Prostatakrebs-Patienten, bei denen die MAF Vorstufen Aktivität desGc- Proteins im Serum nicht mehr vorhanden oder reduziert ist, weil das Gc –Protein *deglykosyliert ist, wurdeim Serum das Enzym Alpha-N-Acetylgalactosaminidase (auch bekannt als Nagalase)gefunden.

• Nagalase wird von Krebszellen hergestellt und in das Serum (Blut) abgegeben.

• Das Ergebnis ist, dass Makrophagen von Prostatakrebs-Patienten mit deglykosyliertem Gc-Protein nicht aktiviert werden und vom Immunsystem unterdrückt werden.

• Yamamoto et al. behandelten 16 "nicht anämischen" Prostatakrebs-Patienten mit einer wöchentlichen Dosis von 100 ng GC-MAF für die Dauer von 14 bis 25 Wochen. (Aus den Unterlagen geht zum Zeitpunkt der Behandlung das klinische Stadium dieser Patienten nicht hervor)

• wenn sich die GC-MAF-Aktivität erhöhte, verringert sich Nagalase im Serum.

• Nach 14 bis 25 wöchentlichen Gabe von Gc-MAF, hatten alle 16 Patienten ein sehr niedriges Nagalase Niveau im Serum vergleichbar mit Werten von gesunden Kontrollpersonen, "was darauf hinweist, dass diese Patienten tumorfrei sind."

• "Keine Wiederholung der Therapie" in den folgenden 7 Jahren.(ich bin mir bei der Übersetzung nicht sicher, ob dass nicht auch heißen könnte: ...kein Rückfall....?)

• Die 16 Patienten waren alle japanischen Männer, zwischen 46 und 76 Jahre alt, die in Japan behandelt wurden. Allerdings stehen die Daten ihrer Behandlung nicht zur Verfügung.

• Zum Zeitpunkt der Diagnose lag der PSA-Wert der Männer zwischen 2,5 bis 68,4 ng / ml.

• Von den 16 Männern hatten 9 eine radikale Prostatektomie zu einem früheren unbekannten Zeitpunkt und 12 hatten eine nicht spezifizierte Form der Hormontherapie erhalten; kein Patient hatte eine Strahlentherapie erhalten.

• Von den 9 Männer mit radikaler Prostatektomie erreichten alle 9 einen PSA-Nadir kleiner 0,3 ng / ml unmittelbar nach der Operation.

• Unmittelbar vor der Behandlung mit GC-MAF betrugen die PSA-Werte von 0,09 bis 21,7 ng / ml.

• Kein Patient hatte offensichtlich eine metastasierte Erkrankung auf der Grundlage der Ergebnisse einer CT-Untersuchung unmittelbar vor der GC-MAF Behandlung.

• Es fehlen Angaben über die Zeit vom Beginn der vorherigen Therapien bis zur Einleitung der Gc-MAF Behandlung.

• Unmittelbar vor der Behandlung mit GC-MAF bei den 12 Patienten betrug die Serum Gc Aktivität 16,9 bis 77,8 Prozent der durchschnittlichen Serum Gc Ebene einer Gruppe von (sieben) gesunden Kontrollpersonen.

• Wichtig: Je tiefer der GC-Level im Serum eines Patienten ist, desto höher ist sein Nagalase-Level.

Alle Patienten wurden einmal wöchentlich mit 100 ng / ml GC-MAF für einen Zeitraum zwischen 14 bis 25 Wochen behandelt. Die Ergebnisse nach der Behandlung kann man wie folgt zusammenfassen:

• Es war eine klare, lineare Korrelation zwischen Serum-Aktivität und Gc Nagalase Aktivität über die Therapiezeit erkennbar, die Nagalase fiel, MAF Aktivität stieg.

• Alle 16 Männer hatten reduzierte NagalaseLevel vergleichbar mit Gesunden, sodass die Gc-MAF Therapie beendet wurde.

• In 7 Jahren Follow-up zeigte kein Patient eine Wiederholung eines erhöhten Nagalase-Levels.

• In 7 Jahren Follow-up zeigte kein Patient Anzeichen einer metastasierten Erkrankung auf einem CT-Scan

• Es liegen keine Informationen über die PSA-Werte der Patienten in den 7 Jahre Follow-up vor (das ist vielleicht bedauerlich).

• Bei Männern, die eine vorherige radikale Prostatektomie erhalten hatten, gab es eine klare Korrelation zwischen sinkenden Nagalase-Level und rückläufigen PSA-Werte im Verlauf der Behandlung. Allerdings, bei den Männern, die nicht eine radikale Prostatektomie erhalten hatten, blieb der PSA-Wert stabil während der Nagalase-Level fiel.

• Es liegen keine Informationen vor über die allgemeine Überlebensrate dieser 16 Männer seit der Einleitung der Behandlung.

Meine Meinung:
Was soll man davon halten? Ich weiß es noch nicht. Ich meine allerdings, da gab es schon mal so etwas möglicherweise Ähnliches beim Pankreaskarzinom. Mir ist da etwas erinnerlich, vielleicht irre ich mich auch.

Eines ist mir jedoch in den mittlerweile 11 Jahren meiner Krankheit und den vielen Therapieansätzen klar geworden:
Alle bisherigen Therapieinformationen, die ich kenne, deuten darauf hin, daß eine einzelne immunmodulierende Substanz nicht geeignet ist, die komplexen immunologischen Vorgänge im Rahmen der Prostatakrebserkrankung nachhaltig positiv zu beeinflußen. Und genau das hat Prof. Ben Pfeiffer auf dem Würzburger Krebssymposium schon 2007 gesagt: ".....ich weiß nicht was geholfen hat. Es muß der Cocktail gewesen sein oder einer der Bestandteile davon...."

Dennoch, mir ist unwohl bei dem Gedanken, hier mit diesem Beitrag eventuell der Auslöser für eine mehr als vage Hoffnung und Aktion eines verzweifelten Krebspatienten zu werden.
daher:

Wer ungeprüfte Heilmittel ausprobiert, riskiert nur sein Geld. Aber wenn Krebspatienten medizinische Therapien absetzen oder mit anderen Verfahren mischen, können sie ihre einzige Chance verspielen, die Krankheit zu besiegen. Auch harmlos scheinende Vitamine und Kräuter können Krebsmittel beeinflussen oder auf Hormone wirken, die am Tumorwachstum beteiligt sind.

Etwa sieben Prozent der amerikanischen Krebspatienten versuchen zunächst alternative Ansätze. Manche reisen nach Mexiko oder auf die Bahamas für Therapieverfahren, die in den USA nicht erlaubt sind. Da manche Tumore langsam wachsen (wie zum Beispiel das Prostatakarzinom), können Patienten zeitweilig glauben, dass ein Kräutermittel oder eine Spezialdiät die Erkrankung eindämmt.

Nach einigen Monaten oder ein, zwei jahre später merken sie dann, dass das nicht klappt. Aber bei Krebs hat man nur eine Chance. Das Krankenhaus, auch ein gutes Prostatakrebszentrum, kann nicht mehr helfen.
(WDF)

(WDF)Juni 2010


Schlagwörter:

GC-MAF, GCMAF, Nagalase

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