Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

proPSA

15.2.2012

Die proPSA-Bestimmung ist eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der Vorhersage der Aggressivität eines PCa, denn genau das kann tPSA , also das Gesamt-PSA nicht.

Mittels Immunhistochemie gelang der Nachweis von proPSA in höherer Konzentration im PCa-Gewebe als im BPH-Gewebe, wobei Serumanalysen von PCa-Patienten für das proPSA einen Anteil von 25-95% am freien PSA, jedoch nur 6-19% des freien PSA bei BPH-Patienten zeigten.

Vergleich tPSA, fPSA und proPSA

Der tPSA-Wert kann bedingt zwischen gesunden Männern und Männern mit BPH sowie zwischen Gesunden und PCa unterscheiden. Die Differenzierung zwischen BPH und PCa gelingt bisher nicht.

Der fPSA-Wert unterscheidet einigermaßen zuverlässlich zwischen Gesunden und BPH, zwischen Gesunden und PCa sowie weitgehend zwischen BPH und PCa.

Das proPSA trennt den Experten zufolge signifihant zwischen allen 3 Gruppen.

Der Quotient proPSA/(f/tPSA) kann offensichtlich deutlich unterscheiden zwischen Gesunden und BPH sowie zwischen Gesunden und PCa. nicht jedoch zwischen BPH und PCa.

proPSA scheint den Experten zufolge dem PSA im Hinblick auf Detektion des metastasierten PCa überlegen und könnte in Zukunft eine Rolle als immunhistochemischer Routineparameter einnehmen.

Juli 2010

Ergänzung - Aktualisierung

-2proPSA
Weil BPH, Prostatitis und auch PCa einzel und gemeinsam für einen PSA-Anstieg verantwortlich sind, gibt es oft falsch-positive bzw. falsch-negativen PSA-Werten. Weitere Meßwerte wie PSA-Anstiegsgeschwindigkeit, PSA-Dichte und PSA-Verdopplungszeit tragen nur teilweise zu einer Verbesserung der Diagnose bei.
In einer Arbeit an der Charite (Gegenstand der Untersuchungen -einer retrospektive Kohortenstudie - war die Bewertung der Spezifität des -2proPSA und seiner Quotienten für die verbesserte Diagnostik des PCa war zu lesen: Die Analyse von p2PSA (gemeint ist das -2proPSA) und seinen Quotienten zeigte ein deutliches Potenzial des %p2PSA und p2PSA/%fPSA, aggressive PCa mit einem Gleason Score ≥ 7 bevorzugt zu entdecken. Das tPSA war hingegen nicht in der Lage, zwischen Gleason < 7 und ≥ 7 PCa zu unterscheiden.
Das -2proPSA als alleiniger Marker konnte die Erkennung des PCa nicht verbessern.

Prof. Semjonow, Uniklinik MÜnster, sieht in dem Marker -2proPSA eine zusätzliche Möglichkeit, unnötige Biopsien zu vermeiden. Mit dem neuen pro-PSA ( -2proPSA) ließe sich mehr diagnostische Sicherheit erzielen. Bei Männern mit einer großen Prostata sei GesamtPSA wenig aussagefähig, besser wäre das freie PSA und noch besser das proPSA. Die Kombination der drei Werte in einer mathematischen Formel ermögliche Rückschlüsse, ob ein niedriges, mittleres oder hohes Risiko für Prostatakrebs vorliege. Bisher seien hierzulande einschließlich dem UNi-Labor in Münster leider nur drei Labore in der Lage, proPSA zu messen. Es bestünde Hoffnung, dass sich das ändert, jedoch man müsse schon noch ein paar Jahre warten, bis proPSA als Routine angeboten würde. Sinn mache der Test nur bei Männern, bei denen die Frage ansteht: Soll im Rahmen der Früherkennung biopsiert werden oder nicht, aber auch bei Wiederholungsbiopsien bei Männern mit einem GesamtPSA zwischen 2 und 10ng/ml. In diesem Bereich biete proPSA eine Zusatzinformation, die ungefähr 10% besser sei als die alleinige Information über das freie PSA. Nach erfolgter Diagnose habe proPSA keinen diagnostischen Wert mehr.
(Prof. Semjonow anläßlich eines Vortrages vor der PSA Selbsthilfegruppe in Bielefeld im Dezember 2011)

Das Westdeutsche Prostatazentrum schreibt: - Neuer Biomarker p2PSA erhöht die Trefferquote bei Prostatakrebs. Neben dem PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs ist ein neues Testverfahren auf dem Markt, der p2PSA-Test mit dem phi-Index. Der neue Marker erhöht die Treffsicherheit bei der Früherkennung von Prostatakarzinomen um das 2,5-fache. Unnötige Biopsien können dadurch vermieden werden.

siehe hierzu einen Beitrag von Prof. Semjonow 2pro-PSA

aktualisiert im Februar 2011/April 2011/Februar 2012

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Vorträgen von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.


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