Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Auskünfte in der Selbsthilfegruppe

08.7.2010

Als erstes vorweg:

Ich stelle immer klar, was meine Meinung und meine Erfahrung ist. Das unterscheide ich von oft vorgetragenen Produktinformationen, nach deren Wahrheitsgehalt ich gefragt werde. Ich unterscheide auch zwischen dem, was mein Gegenüber von den Professionellen (also Arzt oder Heilpraktiker) mit auf den weg bekommen hat und meiner Meinung.

Lt. Paragrapg 675 II BGB ist davon auszugehen, dass grundsätzlich niemand dafür haftet, wenn er einem anderen im Gespräch lediglich einen kostenlosen "Tipp" oder Ratschlag aus eigener Erfahrung gibt. Dazu gehören sämtliche Unterhaltungen UND Gespräche im Rahmen der Selbsthilfegruppentreffen.

Anders ist es: Wer für die Beratungsleistung ein Entgelt verlangt, der haftet.

Anders ist es, wenn konkrete Therapievorschläge gemacht würden: "Von der tablette XYZ können Sie zwei zusätzlich nehmen."

oder
"Sie sollten auf das medikament ABC umsteigen!" Nicht zu beanstanden wäre nach meiner Meinung:"Mir hat die zusätzliche Einnahme von ABC geholfen. Meine Nebenwirkungen NNNNNWWW wurden weniger!" Es muß ganz klar erkennbar sein, dass es sich dabei um persönliche Erfahrung handelt und der Hinweis keine Empfehlung darstellt.

Problematisch ist immer die Frage nach einem "guten" Arzt. Aber auch hier ist es grundsätzlich unproblematisch, seine eigenen Erfahrungen mit einem bestimmten Arzt zu schildern, gleich ob das gute oder weniger gute Erfahrungen waren. Es ist schon ein wenig heikel, auf die Frage zu antworten:"Was hälst Du von Herrn Dr......?" Ich antworte dann nur, wenn ich eigene Erfahrungen habe, sonst nicht und auch nichts Ehrenrühriges. Das ist in unserer Gruppe verpöhnt, obwohl, es wird immer wieder versucht.

Ärgerlich wird es, wenn nach einem solchen Gespräch in der SHG der Frager zu seinem Spezi geht und sich dort über die offenbar wohl inhaltlich unbefriedigend ausgefallene Auskunft beklagt und der wiederum den SHG-Leiter angeht:" Wie können Sie so etwas sagen?"
Ich vertrete die Meinung, die Gespräche in der SHG finden in einem vertraulichen Rahmen statt. Wenn das nicht gewährleistet ist, dann, ja was dann?
Aufhören? Ich bin unschlüssig.
Keine Erfahrung mehr weitergeben? Ich bin unsicher, ob das der richtige Weg ist.
Dem Betreffenden nahelegen, die Gruppe zu verlassen? Wäre eine Lösung, weil die gesamte Gruppe unter dem Schwätzbesen leidet.

Wichtig ist auch klarzustellen, was Produktwerbung (dazu gehört die Werbung für eine bestimmte Therapie, wie auch die Werbung für ein bestimmtes Verfahren) und was eigene Meinung ist. WQir müssen in einer Selbsthilfegruppe schon darauf achten, einerseits nicht als Werbebote mißbraucht zu werden andererseits aber auch nicht Empfehlungen der eigenen Mitglieder weiterzutragen. Das gilt auch, wenn Kritik laut wird.

Ich habe meine eigene Meinung, und die sage ich auch, wenn ich gefragt werde. Ich sage aber auch, dass das meine ganz persönliche Meinung basierend auf meiner Erfahrung ist und jeder für sich selbst überlegen muß, was für ihn von den in der Gruppe ausgetauschte Informationen für ihn brauchbar ist.

Juli 2010


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