Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatakrebs Therapieüberlegung bei jüngeren Männern

23.7.2010

Es ist immer wieder die besorgte Frage bei jüngeren Männern bzgl. der Lebensqualität und dem weiteren Zusammenleben mit der Partnerin: Welche Konsequenz hat die Therapie des gerade diagnostizierten PCa bei mir?

Verständlich mit 48, 52 oder 59 jungen Jahren. Verständlich die Überlegungen hinsichtlich potenzerhaltender Therapiealternativen. Das war bei mir mit meinen 59 jungen Jahren nicht anders. Dem Gespräch mit der Ehefrau, mit der Lebenspartnerin kommt eine große Bedeutung zu. Die seinerzeitige Antwort meiner Frau: "Du bist mir wichtiger als der Sex... und ausserdem, wer sagt denn, dass es nicht andere wunderbare Formen der Zärtlichkeit gibt." war letztlich ausschlagebend für die Therapieentscheidung: Operation.

Eine Überlegung, warum Urologen bei jüngeren Männern eher die Operation als eine andere Option empfehlen liefert der Strahlenexperte im BPS-Forum. Es ging um die Abwägung Operation oder Strahlentherapie:

Ich denke, dass beide Verfahren in den frühen und intermediären Stadien gleich gute Kontrollraten anbieten wenn es um 10 Jahre später geht.

Die Frage ist, was passiert nach diesen 10 Jahren und was passiert wenn vor diesen 10 Jahren es einen Rückfall gibt.

Die OP ist eine gestaffelte Therapie. Nach der Resektion hat man noch die Optionen der Strahlentherapie zunächst und der Hormontherapie später. Bei der Strahlentherapie tendiert man vermehrt, heutzutage diese mit einer Hormontherapie von Anfang an zu kombinieren. Eine OP nach Bestrahlung ist sehr schwierig.

Somit hat man nach primärer OP im Rückfall noch die Optionen der Bestrahlung zunächst und der Hormontherapie später.

Dagegen kann man nach einer primären Radiohormontherapie lediglich vielleicht eine Zweitlinienhormontherapie versuchen.

Als letzte Aussicht bleibt noch die Chemotherapie, die allerdings verglichen mit allen anderen Therapien den geringsten Einfluss auf das Gesamtüberleben und die wenigsten Chancen auf Heilung besitzt.

Das ist der Grund, warum ich der Meinung bin, dass junge Patienten, die sich der Risiken und Nebenwirkungen der OP bewusst sind, lieber eine OP wählen sollten.

Man hat später einfach mehr Optionen beim Rückfall.

Juli 2010


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