Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Wirkung der Hormontherapie

26.7.2010

Bei der kontinuierlichen Gabe eines LHRH-Analogons wird die Wirkung der NN- "Testosterone" (NN = Nebennieren) nicht unterdrückt. Bei der zusätzlichen Gabe eines Antiandrogens erfolgt dies.

Aber die Frage ist eigentlich eine andere:
Kann durch die sofortige komplette Testosteronblockade das Überleben verlängert werden (im Vergleich nur LHRH und bei PSA-Anstieg zusätzlich Antiandrogen)?

Die Antwort ist: Nein.

Bei Patienten mit LHRH-Therapie haben die Schwankungen der NN-Funktion auf den Tumorprogreß klinisch-praktisch keine Bedeutung. Bei der der Beurteilung des PSA ist vor allem der Verlauf (Tendenz) entscheidend. Geringe Schwankungen werden durch verschiedene Faktoren verursacht

Frage: Wie tief kann der PSA-Wert sinken?

Diese Frage läßt sich nicht pauschal beantworten. Die Wirksamkeit der antiandrogenen Hormontherapie (z.B. LHRH-Analogon alleine) wird von verschiedenen Faktoren beeinflußt:
Tumormasse,
Ausgangs-PSA,
Verhalten des Prostatakarzinom auf den Testosteronentzug,
Fähigkeit der Tumorzellen auch unter Androgenentzug zu wachsen,
Malignitätsgrad,
unbekannte Faktoren.

Generell kann man sagen:
Ein Absinken des PSA unter 0,1 ng/ml wird regelmäßig beobachtet.
Entscheidend ist: solange der PSA nicht ansteigt wirkt die Hormontherapie.

Juli 2010

Ergänzung im November 2016

Der Urologe fs im BPS-Forum merkt ganz aktuell an: ...dass Hormonentzug länger als 18 Monate kaum noch Vorteile bringt (dafür aber Nebenwirkungen)
und nach drei Jahren tun sich die meisten Hoden schwer, überhaupt wieder mit der Testosteronproduktion anzuspringen!

Es gibt inzwischen reichlich Studien dazu, dass die kontinuierliche Hormontherapie keinen wirklichen Überlebensvorteil zur intermittierenden Therapie bringt (uns schon gar nicht bei PSA-negativen Tumoren)
Bei PSA-negativen Tumoren fürchte ICH sogar durch die Dauerbehandlung eine frühzeitige Kastrationsresistenz und damit LEBENSZEITVERKÜRZUNG durch die Therapie - nicht durch die Erkrankung.

Eine mögliche Option bei PSA-negativer Erkrankung den Verlauf zu überwachen, ist die regelmäßige (sechsmonatlich) Bestimmung der CTCs (zirkulierende Tumorzellen), z.B. durch MAINTRAC

Meine Anmerkung: Zwar ist die Bestimmung von CTC zugelassen, aber kann nur als IGEL-Leistung abgerechnet werden. Ungefähre Kosten dürften derzeit bei 160 bis 170 Euro liegen. WDF

Bielefeld 26.11.2016 WDF



Zurück